Seit 50 Jahren gibt es Optik und Hörgeräte Maisch in Tübingen
Als Rudolf Maisch 1962 sein Optikergeschäft in der Kornhausstraße eröffnete, verkaufte er fast von Beginn an nicht nur Brillen, sondern auch Hörgeräte. Der Enkel und heutige Geschäftsführer Thomas Maisch baute die Akustik-Sparte in den vergangenen fünf Jahren beständig aus.
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Volker Rekittke
Tübingen. Hörgeräteakustiker – das ist heute in Frankreich oder Schweden ein Studiengang. Mitte der 1960er Jahre gab es in Deutschland noch nicht einmal den Ausbildungsberuf. So machte der Tübinger Optikermeister Rudolf Maisch eben eine Schulung und verkaufte danach neben Brillen auch Hörgeräte. Verglichen mit den heutzutage filigranen Winzlingen, die man sich kaum sichtbar hinters Ohr steckt, waren die Hörgeräte vor 50 Jahren ganz schön groß. Hinters Ohr passten sie dennoch, und sie hatten exakt zwei Stellschrauben: laut und leise, hohe und niedrige Frequenzen. Die modernen Geräte hingegen gleichen mit Technik vollgestopften Mini-Computern, die mittels spezieller Programme auf die akustischen Bedürfnisse des jeweiligen Kunden eingestellt werden.
Brillengläser aus
fairem Handel
Hörgeräte gibt es vom Kassen-Modell mit 10 Euro Zuzahlung bis zum 2300-Euro-Flaggschiff. Je nach Gerät können die Frequenzen auf bis zu 21 Kanälen justiert werden. Manche haben Extra-Funktionen wie die „Spracherkennung“, die störende Nebengeräusche dezent herunter regelt, erklärt Thomas Maisch, der nicht nur den Meister als Augenoptiker, sondern auch als Hörgeräteakustiker gemacht hat. Danach schrieb er noch eine Diplomarbeit an der Lübecker Akademie für Hörgeräteakustik, bei der Maisch seit einigen Jahren als Dozent Vorlesungen hält – und darf sich seitdem Europa-Hörakustiker nennen. Als ausgebildeter Pädakustiker macht er außerdem Hörtests mit Kindern.
Thomas Maisch ist seit 2007 Chef der gleichnamigen Tübinger Firma in der Kornhausstraße22. Optik und Hörgeräte Maisch wird bereits in der dritten Generation von Familienmitgliedern geführt. Bild: Metz
Von Günther Maisch übernahm Sohn Thomas 2007 das nun in der dritten Generation familiengeführte Geschäft in der Kornhausstraße 22. Neben Thomas Maisch, seinem Vater Günther und seiner Mutter Margarete arbeiten dort vier Angestellte. Im Erdgeschoss werden Brillen verkauft, Sehtests gemacht oder die Hornhaut am Keratographen vermessen, um Kontaktlinsen exakt anpassen zu können. Im ersten Stock stellen Maisch und Kollegen Hörgeräte individuell ein, in der eigenen Meisterwerkstatt nebenan werden die dazugehörigen Ohrstücke passend gefräst.
„Alles Handarbeit“, sagt Maisch, und demonstriert die Diamant-CNC-Fräse, mit der Brillenglas-Rohlinge in Form gebracht werden: Hier fertigt man die Brillen noch selbst an. Im Handwerk gebe es einen Weg zurück zu Qualität, fairem Handel, fairen Preisen: „Die Leute achten wieder mehr darauf.“ Fairer Handel mit Brillengläsern? „Ja klar“, sagt Maisch: „Deutsche Markenbrillengläser – gefertigt unter nicht-ausbeuterischen und -gesundheitsschädlichen Arbeitsbedingungen.“
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