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Manz entlässt 62 Mitarbeiter

Reutlinger Maschinenbauer streicht jede zehnte Stelle

Die Reutlinger Manz AG hat gestern 62 Mitarbeiter an den deutschen Standorten entlassen. Der Maschinenbauer reagiere damit auf die anhaltende Solarkrise, erklärt Firmengründer Dieter Manz.

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Thomas de Marco

Reutlingen. Nachdem es 25 Jahre lang für Manz nur aufwärtsgegangen ist, wird jetzt erstmals einer größeren Anzahl von Mitarbeitern betriebsbedingt gekündigt, sagt Manz. In Reutlingen verlieren 52 von 420 Beschäftigten ihren Arbeitsplatz, in Tübingen fünf von 120, im bayerischen Karlstein bei Aschaffenburg ebenfalls fünf (von 50). Das sind rund zehn Prozent der deutschen Belegschaft. Außerdem wurden in der Slowakei 31 und in Ungarn sieben Stellen gestrichen. Damit will das Unternehmen etwa fünf Millionen Euro jährlich einsparen.

Schlechte Nachrichten für die Belegschaft: Firmengründer Dieter Manz (links) und Finanzvorstand ... Schlechte Nachrichten für die Belegschaft: Firmengründer Dieter Manz (links) und Finanzvorstand Martin Hipp von der Reutlinger Manz AG, die auf die Krise der Solartechnik mit 100 Entlassungen in Europa reagiert. Bild: de Marco

Seit drei Jahren halte der Preisverfall bei Solarmodulen an, sagt Manz: „Sie kosten heute nur noch ein Drittel des Preises von 2009.“ Deshalb würden die entsprechenden Unternehmen auch nicht mehr in Maschinen für Solarmodule investieren. „Wir gehen davon aus, dass diese Krise im schlimmsten Fall noch ein Jahr anhält“, betont der Firmenchef. „Deshalb können wir nicht riskieren, noch mehr Geld zu verlieren.“ Jetzt müssten Maßnahmen ergriffen werden, um nächstes Jahr wieder profitabel zu werden.

Allein im dritten Quartal 2012 hatte die Manz AG einen Verlust von 5,8 Millionen Euro ausgewiesen, wodurch das Minus seit Jahresbeginn auf 7,34 Millionen Euro gestiegen ist. Das für dieses Jahr ausgegebene Ziel von 240,5 Millionen Euro Umsatz sei nicht mehr zu schaffen.

Allerdings mache er sich keine Sorgen um sein Unternehmen, betont Manz. Denn nach der Finanzkrise 2009 habe die Firma verstärkt auf Display- und Batterie-Technik gesetzt – beide Bereiche würden kräftig wachsen. „Ohne Solartechnik wären wir sehr profitabel“, erklärt der Gründer – „aber nur mit Solartechnik wären wir jetzt tot, das muss man klar sagen.“ Ein weiteres schlechtes Jahr würde das Unternehmen nicht mehr durchstehen, sagt Manz.

Aufgrund der hohen Eigenkapitalquote sei das Unternehmen, das weltweit knapp 2000 Mitarbeiter hat, sehr gut aufgestellt, betont Finanzvorstand Martin Hipp. „Wir müssen in Zukunft aber wieder profitabel werden, sonst wäre das verantwortungslos.“

29.11.2012 - 16:30 Uhr | geändert: 04.03.2013 - 18:32 Uhr

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