Mehr Jobs, weniger Arbeitslose: Die Arbeitsagentur meldet für Dezember so wenig Arbeitslose wie noch nie in der Region. Zum Jahresende ist die regionale Arbeitslosenquote auf den „Rekordwert“ von 3,4 Prozent gesunken.
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Tübingen / Reutlingen. Während in früheren Jahren die Zahl der Arbeitslosen im Winter zunahm, lief der Trend diesmal anders: „Mildes Winterwetter, volle Auftragsbücher und rarer werdende Fachkräfte“ haben der regionalen Arbeitsagentur im Dezember, wie es heißt, „einen mehr als zufriedenstellenden Jahresabschluss beschert“. Danuta Fehrenbach-Okroy, die Vize-Chefin der Arbeitsagentur in Reutlingen, registrierte im Dezember den weiter gesunkenen „Rekordwert“ von 3,4 Prozent bei der regionalen Arbeitslosquote. Im Kreis Tübingen allein liegt die Quote inzwischen sogar bei nur 3,2 Prozent (Kreis Reutlingen: 3,6 Prozent).
Mit diesem „Tiefstwert“ rückt die Region in die Spitzengruppe der landesweit besten Quoten, heißt es. So wenig Arbeitslose hatten die Statistiker in den Kreisen Reutlingen und Tübingen noch nie, „seit die Arbeitsmarktzahlen in der jetzigen Form erfasst werden“ (1998): 8838 registrierte Frauen und Männer ohne Job – noch ein Jahr zuvor, im Dezember 2010 zählte die Arbeitsagentur rund 18 Prozent mehr.
Fehrenbach-Okroy führt das zurück auf die „Dynamik des regionalen Arbeitsmarkts“. Die regionalen Betriebe und Behörden meldeten den Arbeitsvermittlern im Dezember mit 825 offenen Stellen 37,5 Prozent Jobs mehr als ein Jahr zuvor. Insgesamt seien der Agentur letztes Jahr knapp 10 600 freie Jobs gemeldet worden – am Jahresende standen über 2300 offene Stellen in der Kartei der Jobangebote.
Davon profitierten die Jobsuchenden in allen Personengruppen. Im Vergleich zum Vorjahr sank deren Arbeitslosenquoten mit zweistelligen prozentualen Rückgängen: Bei den Jugendlichen unter 25 Jahren ging die Arbeitslosigkeit um 32,5 Prozent zurück, bei den über 55-Jährigen um 15 Prozent. Auch vielen Langzeitarbeitslosen (minus 13 Prozent) und Schwerbehinderten (minus 13,7 Prozent) gelang wieder der Einstieg in den Beruf.
Die Quote im Kreis Tübingen liegt mit 3,2 Prozent etwas besser als im Nachbarkreis. Dort sind aber in Bad Urach (2,8) und in Münsingen (2,5 Prozent) Quoten erreicht, die fast Vollbeschäftigung signalisieren. mm