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Unsinn von Alt und Neu

Windows 8 überzeugt mit der Kachel- und traditionellen Arbeitsebene nicht

Windows 8 verlangt vom PC-Nutzer einiges ab - bietet aber im Gegenzug nicht viel Neues. Auch wenn das Update problemlos funktioniert und alle Geräte erkannt werden: Die zwei Bildschirme sind sinnlos.

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THOMAS VEITINGER

Ach, Microsoft. Was hast du uns schon alles abverlangt? Immer neue Betriebssysteme mit immer neuen Ideen, die mal durchdacht und problemlos Althergebrachtes durcheinander wirbelten oder uns aber an den Rand des Wahnsinns mit instabilen Systemen und nicht funktionierenden Geräten brachten.

Artikelbild: Windows 8 überzeugt mit der Kachel- und traditionellen Arbeitsebene nicht Welche Kachel darfs denn sein? Für PC-Nutzer ist das nicht unbedingt sinnvoll, sondern umständlich. Screenshot: Microsoft

Jetzt also Windows 8 (Update bis Ende Januar für 30 Euro). Um es vorweg zu nehmen: Microsoft lernt dazu. Und von Anderen. Aber besser wird es nicht unbedingt. Die Konzentration auf das Wesentliche erinnert stark an Apple. Das fängt schon bei der Installation an. Wir machen unseren PC nicht platt, um das Betriebssystem auf eine nackte Festplatte zu installieren, sondern stülpen es über ein - zeitweise instabiles - Windows 7. Die Installation dauert wohl auch deshalb so lange und ist sehr öde, meist ist nur eine schwarze Oberfläche zu sehen.

Als es dann schließlich so weit ist, wird in einer kurzen Einleitung noch gezeigt, dass die Maus in jeder der vier Ecken eine Reaktion auslöst, eine Systemfarbe wird gewählt und dann erscheint: "Los gehts". Kacheln sind zu sehen. Ein Klick auf die "Word"-Kachel bringt uns etwa blitzschnell auf den von Windows 7 gewohnten Desktop und das Schreibprogramm startet.

Auf dem Desktop - Respekt, Respekt - warten sogar noch die Verknüpfungen des alten Betriebssystems. Wie Windows schon vor der Installation mitgeteilt hat, lassen sich auch alle Programme bis auf eine alte Verschlüsselungssoftware benutzen. Das ist schon großes Kino. So gut wie alles funktioniert stabil, Internet und externe Festplatten sowieso, Drucker und Kamera werden erkannt.

Also zurück auf den Kachel-Schirm mit der Windows-Taste. Dort tummeln sich jede Menge überflüssiger Verknüpfungen zu Programmteilen, die man wirklich nicht braucht. Löschen und Verschieben ist aber leicht. Ein Rechtsklick auf den Untergrund und anschließend "Alle Apps" zeigt viele Verknüpfungen - aber auch hier sind völlig überflüssige Hilfsprogramme zu sehen. Unser Brennprogramm taucht gar nicht auf.

Zur Anmeldung von Mail, Nachrichten und Kontakte ist ein Microsoft-Konto notwendig. Aber die große Frage lautet: Was soll dieser Schirm PC-Nutzern überhaupt bringen? Auf Tablet-PCs mag das noch sinnvoll sein. Wenn aber zum Surfen der alternativ installierte Chrome-Browser angeklickt wird, landet der Nutzer wieder auf dem guten alten Desktop. Hin- und Herschalten um zu sehen, ob eine Mail eingegangen ist? Das macht keinen Sinn. Im Laufe der Wochen stellt sich heraus: Einer der beiden Ebenen ist überflüssig. Entweder Microsoft hätte radikal sein müssen und nur auf Kacheln setzen. Oder aber für PC-Nutzer die Möglichkeit schaffen sollen, ausschließlich die gewohnte Umgebung zu nutzen.

Ja, es gibt kostenlose Software, die nach dem Einschalten sofort den Desktop zeigen. Aber dort ist auch nicht alles wie bisher. Der "Start"-Knopf unten links fehlt. Und damit nicht nur die Möglichkeit, das Gerät schnell auszuschalten, sondern auch Programme zu starten und die Einstellungen zu verändern. Letzteres findet sich, indem der Mauszeiger etwa ins obere rechte Bildschirmeck geführt wird. Häufig benutzte Programme müssen entweder in der Startleiste oder als Verknüpfung auf dem Desktop abgelegt werden - um ein ständiges Zurückhüpfen auf den Kachelschirm zu vermeiden.

Windows 8 macht für den PC keinen wirklichen Sinn. Aber vielleicht denkt Microsoft vor allem an die vielen hippen mobilen Nutzer.

29.12.2012 - 08:30 Uhr

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