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Eine Frage der Einstellung

Heimkino perfekt einrichten - Feinarbeit über Testbild

Riesenbildschirm, Raumklang und deutlich günstigere Snacks: Heimkino-Besitzer sehen gute Gründe, ihr Wohnzimmer dem Kino vorzuziehen - es sei denn, Fernseher und Anlage sind nicht richtig eingestellt.

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TOBIAS HANRATHS, DPA
Sind Bild und Ton optimal? Am Fernseher sollten die Einstellmöglichkeiten ruhig ausprobiert werden - der Ursprungzustand lässt sich wieder herstellen. Foto: dpa

Farbtemperatur und Weißabgleich, Bässe und Höhen: Die Einstellmöglichkeiten an Fernseher und AV-Receiver sind nicht nur für Heimkino-Einsteiger häufig ein Buch mit sieben Siegeln. "Viele Verbraucher trauen sich nie an diese Menüs heran", sagt Jenny Braune von der Stiftung Warentest. "Dabei kann es sich durchaus lohnen, damit herumzuspielen." Kaputt machen könne man dabei nichts, fast alle Geräte haben eine Reset-Funktion, die das Gerät wieder in den Ursprungszustand zurückversetzt.

Der ist aber vor allem beim Fernseher nicht immer die beste Wahl, hat die Stiftung Warentest herausgefunden. In einem Test lieferten zum Beispiel nur 3 von 20 geprüften Fernsehern vom Start weg gute Farben und Kontraste. "Früher war das sogar noch schlimmer", sagt Christoph de Leuw, Redakteur bei "Audio Video Foto Bild". Der Grund für vermurkste Bilder sei der Verkauf im Laden. Viele Fernseher sind so eingestellt, dass sie neben vielen Konkurrenten und in hellem Licht ordentlich Eindruck machen. Für den Heimgebrauch ist dieses Bild aber deutlich zu grell.

Am besten funktioniert die Feinarbeit an der Darstellung über ein Testbild. Das findet sich auf Seiten im Internet, wird einfach auf DVD gebrannt und zeigt auf einen Blick, wie der Fernseher verschiedene Situationen abbildet. Wer seinem eigenen Urteilsvermögen nicht traut, kann auch in Internetforen nach idealen Einstellungen suchen, die andere Nutzer veröffentlicht haben. Dabei muss das richtige Bild für jeden Signalweg oder Bildeingang neu gefunden werden. Denn die Fernseher speichern die Bild-Einstellungen meist für jeden Eingang oder Zuspieler separat ab.

Christoph de Leuw rät vor allem Einsteigern, zuerst einmal die TV-Voreinstellungen auszuprobieren. Setups mit Namen wie "Normal", "Natürlich" oder "Film" seien meistens gut geeignet - "Dynamisch" oder "Spiel" dagegen oft zu knallig. Auch Jenny Braune wirbt fürs Experimentieren: "Viele Einstellungen sind auch nicht objektiv zu bewerten, sondern einfach Geschmackssache." Das gelte zum Beispiel für die Farbtemperatureinstellungen, durch die das Bild insgesamt kälter oder wärmer wirkt.

Auch die idealen Lichtverhältnisse im Heimkino sind Geschmackssache. "Ganz dunkel sollte es nur beim Einsatz von Beamern oder 3D-Technik sein", findet de Leuw. "Und grelles Tageslicht ist natürlich auch nicht so gut." Ideal sei ein schummriges Licht, wie viel davon genau, müsse jeder selbst entscheiden. Die Lichtquelle sollte allerdings so aufgestellt sein, dass sie beim Fernsehen nicht blendet, rät der Berufsverband der Augenärzte. Viele Fernseher kommen inzwischen mit einem Sensor, der bei wechselnden Lichtverhältnissen Helligkeit und Kontrast entsprechend anpasst. "Bei neueren Fernsehern arbeiten die inzwischen relativ zuverlässig", sagt Jenny Braune.

Ähnliche Aufmerksamkeit wie das Bild verdient auch der Ton. "Ein Laie muss sich da nicht zu detailliert mit beschäftigen", sagt Thomas Brieger vom Audio-Branchenverband High End Society. "Ein paar Grundregeln sollte aber jeder beachten." Darunter fällt die richtige Aufstellung der Lautsprecher. Bei einem 5.1-System gehört die Center-Box nah ans Bild, die Stereo-Lautsprecher sollten links und rechts davon und etwa auf Kopfhöhe stehen. Der Ton von hinten kommt im Idealfall aus einer noch etwas höheren Position.

Für einen gleichmäßigen Sound sollten möglichst alle Lautsprecher vom gleichen Hersteller kommen.

Info Fernseh- und Beamer-Testbilder: http://dpaq.de/MPO44

04.02.2012 - 08:30 Uhr

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