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Zwei Karten und ein Telefon für Tarifjongleure

Dual-Sim-Handys - Gute Geräte ab 200 Euro

Im Urlaub günstig über Datentarife lokaler Anbieter surfen und trotzdem unter der alten Nummer erreichbar sein: Mit einem Dual-Sim-Handy geht das. Es lauern aber Kostenfallen und technische Tücken.

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THOMAS SCHÖRNER, DPA

Zwei Rufnummern, aber nur ein Telefon in der Tasche: Wer mehrere Mobiltelefone für Arbeit und Privatleben mitführt, kann sich mit Dual-Sim-Handys den Alltag erleichtern. Solche Mobiltelefone haben zwei Slots für Sim-Karten, der Besitzer ist immer unter beiden Nummern zu erreichen. Urlauber können damit im Ausland eine lokale Prepaid-Karte zum Telefonieren und Surfen vor Ort einsetzen. Pfennigfuchser nutzen eine Sim-Karte mit günstigem Datentarif für das Internet und telefonieren mit einer zweiten.

Artikelbild: Dual-Sim-Handys - Gute Geräte ab 200 Euro Mehr Flexibilität: Dual-Sim-Handys haben im Gegensatz zu anderen Mobiltelefonen Platz für zwei Sim-Karten. Foto: dpa

Die meisten neueren Geräte auf dem Markt setzen dafür auf die so genannte Dual-Standby-Technik: Solche Handys haben zwar zwei Sim-Schächte, aber nur ein Funkteil. Während eines Gesprächs ist der Nutzer unter der zweiten Nummer deshalb nicht mehr erreichbar. Um das Problem zu umgehen, richten die Geräte beim Provider automatisch eine Weiterleitung ein. Allerdings werden dafür Gebühren fällig, warnt die Zeitschrift "ct".

Im Ausland sind auch Dual-SIM-Geräte mit zwei Funkteilen erhältlich, die solche Probleme nicht haben, erklärt "ct"-Redakteur Lutz Labs: "Diese benötigen aber mehr Energie, da beide Funkteile permanent auf Empfang sind." Die Geräte haben also entweder einen größeren Akku und damit mehr Gewicht oder müssen öfter ans Ladekabel.

In der Regel ist eine Karte als Hauptkarte definiert. "Sie wird automatisch genutzt, wenn man telefoniert oder SMS schreibt", sagt Rafaela Möhl vom Telekommunikationsportal Teltarif. Möchte der Handynutzer für ein Gespräch die andere Karte verwenden, wählt er sie vorher in einem Menü aus.

Manche Handys erlauben sogar das Einstellen verschiedener Klingeltöne für die jeweiligen Karten. So ist stets klar, ob gerade ein privater oder ein beruflicher Anruf eingeht. Der Zugriff aufs Internet hängt davon ab, welchen Zugang man in den Einstellungen aktiviert. "Mitunter kann aber nur mit einer Karte ein schneller Internetzugang per UMTS genutzt werden", warnt Möhl.

Probleme mit dem Netzzugang gibt es aber auch andersherum: Zwar können Dual-Sim-Handys so eingestellt werden, dass nur eine Karte ins Internet darf. Sinnvoll ist das zum Beispiel, wenn für die andere Sim keine Datenflatrate gebucht ist. Das funktioniert nach Angaben der "ct" aber nicht zuverlässig: Telefoniert man über die zweite Karte, laden manche Telefone E-Mails und Updates währenddessen auch darüber herunter. Wer auf Nummer sicher gehen will, lässt den Datendienst daher am besten beim Provider sperren.

Sonstige Ausstattungsmerkmale neuer Dual-Sim-Handys sind mit denen anderer Handys identisch. Auf den Käufer warten also die üblichen Entscheidungen: Touchscreen oder echte Tastatur, Smartphone oder klassisches Handy? Der Markt für Dual-Sim-Modelle ist in Deutschland recht übersichtlich. "Wenige große Hersteller bieten Dual-SIM-Geräte an, in die Lücke stoßen eher kleinere Hersteller", erklärt Markus Eckstein von der Zeitschrift "Connect". "Vernünftige Modelle gibt es ab 100 Euro." Bei noch niedrigeren Preisen sollten Verbraucher vorsichtig sein: "Die sind oft schnell importiert und verfügen zum Beispiel über schlecht übersetzte Menüs."

15.12.2012 - 08:30 Uhr | geändert: 15.12.2012 - 09:49 Uhr

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