Bald müssen Autofahrer auf der B10 bei Wangen wieder auf die Bremse drücken. Bis zu 800 Tempo-Verstöße am Tag werden in Esslingen festgestellt
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ALEXANDER MÜLLER
Die abgesägte Radaranalage auf der B10 wird nun wieder aufgebaut.
Stuttgart. Der von drei jugendlichen Tätern Mitte Januar abgesägte Blitzer an der B10 bei Wangen wird ersetzt. Die Kosten belaufen sich auf 15 000 Euro. Die Täter kommt ihre Aktion in der Nacht zum 15. Januar nun also teuer zu stehen. Gemeinsam hatten sie mit einem Schweißgerät die stationäre Messanlage in Wangen in Richtung Esslingen vom Masten abgesägt.
Ende des Monats soll der Blitzer nun endlich ersetzt werden. Eigentlich hätte dies längst erfolgen sollen. Die Verzögerungen ergaben sich dadurch, dass die Firma, die damals den Ausleger und den Masten erstellte, nicht mehr existiert. "Deshalb mussten wir auf eine baugleiche, andere Variante umsteigen", erklärt Thomas Grab, der stellvertretende Leiter der Stuttgarter Verkehrsüberwachung.
Dafür muss aber nicht nur der Seitenarm und der eigentliche "Starenkasten", sondern auch ein neuer Mast gesetzt werden. "Zum Glück ist die eigentliche Kamera bei der Tat nicht beschädigt worden", weiß Grab. Das hätte noch weitaus höhere Kosten nach sich gezogen. So konnten auch die Bilder der Temposünder noch ausgewertet werden.
Für den neuen Masten wird das bisherige Fundament genutzt, somit muss auch die Kontaktschleife in der Fahrbahn nicht erneuert werden. Nach dem Aufbau muss der neue Blitzer noch vom Eichamt abgenommen werden, aber spätestens ab kommenden Monat soll die Anlage in Wangen wieder in Betrieb gehen. Das ist offenbar auch nötig: Denn die Zahl der Temposünder steigt. Im vergangenen Jahr wurden an den Anlagen in Wangen und Hedelfingen 11 000 Raser geblitzt. Das sind 1000 mehr als noch 2009. Damit rangiert die B 10 in der Landeshauptstadt ganz weit oben.
Aber nicht nur in Stuttgart werden viele Temposünder erfasst. Vor zwei Wochen wurden die neuen Überwachungsanlagen an der Bundesstraße in Esslingen in Betrieb genommen. Eine erste Bilanz zeigt: Die Anlagen laufen in der Anfangsphase heiß. Darauf lassen vorläufige Zahlen schließen. So liegen für ein erstes Wochenende Daten vor.
Erfasst wurde der Zeitraum von Freitag, 12 Uhr, bis Montag, 12 Uhr. Das Ergebnis: 3330 Verkehrsteilnehmer haben sich nicht an das Tempolimit gehalten (Tempo 80 für Autos/ Tempo 60 für Lastwagen) Das sind im Durchschnitt mehr als 400 Fahrzeuge am Tag, an Spitzentagen werden bis zu 800 Verstöße registriert. Das Esslinger Ordnungsamt geht aber davon aus, dass dies nur eine vorübergehende Phase ist und dass die Zahlen nach unten gehen.