Sascha Jacob begeistert als Diabolo-Jongleur im Traumtheater Salome. Der 24 Jahre alte Artistikschüler mit den roten Haaren ist ein richtiger Wirbelwind.
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MARTINA FÜRSTENBERGER
Sascha Jacob begeister als Diabolo-Jongleur im Traumtheater Salome. Der 24-Jährige geht ganz im Artistenleben auf.
Stuttgart Sechs Minuten ist Sascha Jacob auf der Bühne. Sechs Minuten, in denen höchste Konzentration gefordert ist. Wie ein Wirbelwind fegt der junge Mann im grünen Kostüm und mit den roten verstrubbelten Haaren über die Bretter des Traumtheaters Salome, bewegt seinen Körper geschmeidig hin und her, die Arme im ständigen Auf und Ab. Bis zu drei rotierende Diabolos, die aussehen wie zwei aneinander geklebte Halbkugeln, hält er gleichzeitig in Bewegung, schleudert sie in die Luft und fängt sie mit der Schnur wieder auf.
Was so locker und verspielt aussieht, ist harte Arbeit. Seit Sascha Jacob als Kind in den großen Ferien bei einem Mitmachzirkus trainieren durfte, ist er der Jonglierkunst verfallen. Über die Zirkus-AG einer Schule und ein Praktikum in einem Jonglierladen kam er zum berühmten Berliner Kinder- und Jugendzirkus Cabuwazi. "Ich habe nach der Schule als Trainer gearbeitet und auch meinen Zivildienst dort gemacht." Heute ist Jacob 24 Jahre alt und besucht die Staatliche Artistenschule in Berlin. Neben den üblichen Fächern wie Deutsch und Mathematik stehen jeden Tag drei Stunden Artistiktraining auf dem Programm. In eineinhalb Jahren wird sich Sascha Jacob "Staatlich geprüfter Artist" nennen dürfen.
Von seiner Leistung her bewegt er sich heute schon ganz weit oben. Schon vor einem Jahr war er mit dem Traumtheater Salome auf Deutschlandtournee. Theaterchef Harry Owens lobt sein Ensemble-Mitglied: "Sascha probiert immer wieder neue Dinge aus. Er hat sich sehr gut weiterentwickelt." Die Möglichkeit dazu bekam der junge Jongleur an der Akademie der schönen Künste, an der die Mitglieder des Traumtheaters an ihrer Vorstellung arbeiten und dabei ihre ganz eigenen Charaktere entwickeln. "Jeder ist für etwas bestimmt", sagt Jacob. "Bei mir ist es das Jonglieren mit den Diabolos." Dennoch verbringt er nicht seine ganze Zeit damit. Erstens stehen neben den Shows noch Hausaufgaben für die Schule an, zweitens hält er seinen Körper auch mit Akrobatik und Trampolinspringen fit. Wenn er dann auf der Bühne steht und die Begeisterung in den Augen der Zuschauer sieht, ist er glücklich. "Wenn ich nur einen Menschen verzaubern konnte, hat sich alles gelohnt."
Ob er sich ein Leben als Künstler - ständig unterwegs - vorstellen könnte? Jacob schmunzelt. "Die Frage habe ich mir nach der Premiere am 27. Oktober auch gestellt. Und Ja, ich fange an, mir das vorstellen zu können. Allerdings muss ich noch viel dafür tun." Über Alternativen hat er trotzdem schon nachgedacht. "Wenn ich einmal nicht mehr als Artist arbeiten kann, könnte ich mir auch vorstellen, Visagist oder Maskenbildner zu werden." Momentan schminkt er vor allem sich selbst. Eine Stunde und zehn Minuten braucht er vor jeder Vorstellung, bis die Farben im Gesicht aufgetragen sind. "Allein für die Augen sind es sechs Arbeitsschritte. Ich habe schon so viel Geld für Schminke ausgegeben, da würde manche Frau neidisch werden."
Info Das Traumtheater Salome gastiert noch bis zum 2. Januar im Zelt neben dem Planetarium an der Willy-Brandt-Straße.