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Armut verfestigt sich trotz Aufschwung

Vesperkirche endet nach sieben Wochen

Am Samstag endete die 19. Stuttgarter Vesperkirche nach sieben Wochen. Es wurde mit Bedauern beobachtet, wie sich Armut häufig verfestigt.

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SWP

Stuttgart "Wir sind ausgesprochen dankbar, dass es wieder gelungen ist, für unsere Gäste den Tisch reich zu decken", sagte die Stuttgarter Diakoniepfarrerin Karin Ott. Die Vesperkirche sei mehr als eine warme Mahlzeit, vor allem gehe es "um Gemeinschaft und Zuwendung". Dabei baut die Vesperkirche vor allem auf den unermüdlichen Einsatz der vielen ehrenamtlich Engagierten. "Wir haben in diesem Jahr die absolute Rekordzahl von 650 Männern und Frauen von 16 bis über 80 Jahre erreicht", berichtet Pfarrerin Ott.

Artikelbild: Vesperkirche endet nach sieben Wochen Eine heiße Tasse Kaffee, eine warme Mahlzeit oder ein offenes Ohr für die Probleme der Bedürftigen - die Vesperkirche hilft umfassend. Foto: dpa

Sieben Ärztinnen und Ärzte haben dafür gesorgt, dass die Vesperkirchen-Ambulanz jeden Tag öffnen konnte. Drei ehrenamtliche Friseure haben den Besuchern zudem rund 200 neue Haarschnitte ermöglicht - "und ein neuer Haarschnitt heißt für unsere Gäste immer auch: ein neues Selbstbewusstsein", weiß Ott. Auch eine richtige Verlobung wurde 2013 in der Vesperkirche gefeiert, mit Segen der Pfarrerin. "Das sind Geschichten, an denen deutlich wird, was die Vesperkirche eigentlich ist: Ein Ort, wo wir die Menschen vom Rand der Gesellschaft wahrnehmen und ernst nehmen, wie sie sind", sagt Ott.

Und ein Ort, an dem der Hunger gestillt wird. Wie im Vorjahr wurden erneut rund 30 000 warme Mittagessen ausgegeben. "Weil wir sieben Wochen lang winterliches Wetter hatten, sind die Gäste länger in der Kirche geblieben", erläutert Pfarrerin Ott. "An manchen Tagen sind wir an die Grenzen unserer Kapazität gekommen." Für Ott war es oft bitter, mit anzusehen, wie sich die Armut beispielsweise von Langzeitarbeitslosen verfestigt, trotz guter Wirtschaftslage. Deshalb stehen die Verantwortlichen der Vesperkirche im intensiven Kontakt mit Kommunal- und Landespolitikern. Denn "Armut fällt nicht vom Himmel, sie hat ganz konkrete Ursachen", sagt die Diakoniepfarrerin.

Die nächste Vesperkirche ist auch schon terminiert: Sie geht von 19. Januar bis 8. März 2014.

04.03.2013 - 08:30 Uhr

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