Jahr für Jahr werden in der Landeshauptstadt bis zu 800 Wohnungseinbrüche verübt. Die Täter, die oft Banden angehören, bleiben oft unentdeckt.
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JAN-PHILIPP SCHÜTZE
Stuttgart Einmal im Jahr veröffentlicht die Polizei in Bremen einen so genannten Einbruchsatlas, der zeigt, wie häufig in den größten Städten Deutschlands in Relation zur Einwohnerzahl eingebrochen wurde. Im Jahr 2010 lag Stuttgart mit 790 registrierten Fällen (131 pro 100 000 Einwohner) im hinteren Drittel dieser Statistik. "Das ist erfreulich und deckt sich auch mit unseren Beobachtungen", sagt Kriminalrat Andreas Taube, der Leiter des Dezernats für Organisierte Kriminalität und Eigentumskriminalität. Zwar liegen die Zahlen für das Jahr 2011 noch nicht vor, in Bezug auf die Zahl der Wohnungseinbrüche stehe man in Stuttgart aber seit Jahren gut da. Nach einem Rückgang in den Jahren 2007 und 2008 stieg die Zahl der Wohnungseinbrüche zwar wieder leicht an, doch in der Stuttgarter Bevölkerung herrsche nach wie vor eine hohe "subjektive Sicherheit", so Taube.
Eine Rolle spiele, wie gut die jeweilige Stadt für durchreisende Banden zu erreichen ist. Denn laut Statistik werden nur die wenigstens Wohnungseinbrüche von ortsansässigen Kriminellen verübt. "Wir gehen davon aus, dass in Stuttgart überwiegend Serienstraftäter aktiv sind", sagt auch Joachim Zahn. Der Kriminalhauptkommissar ist bei der Stuttgarter Polizei für Wohnungs- und Gaststätteneinbrüche zuständig. In letzter Zeit habe man verstärkt Täter aus Frankreich, Belgien und Italien registriert. Eine große Rolle spiele die Autobahn 8 als eine der großen Ost-West-Achsen.
Diese wirkt sich auch auf die Verteilung innerhalb Stuttgarts aus. Von den 500 bis 800 Wohnungseinbrüchen, die Jahr für Jahr registriert wurden, geschah ein Großteil im Süden und Westen der Stadt.
Aufgeführt wird im Bremer Einbruchsatlas auch die Aufklärungsquote bei den Wohnungseinbrüchen. Hier lag Stuttgart im Jahr 2010 mit einem Wert von 9,6 Prozent bundesweit in hinteren Drittel. Dieser Werte sei in Stuttgart, wie in den anderen Städten auch, stark von jährlichen Schwankungen abhängig, erklärt Taube. Könne man ein Bande dingfest machen und ihnen viele Einbrüche auf einmal nachweisen, schnelle dieser Wert entsprechend nach oben. Im langjährigen Mittel liege man bei einer Quote von etwa 16 Prozent. In vielen Fällen sind die Täter längst über alle Berge.