02.01.2013 Drucken Empfehlen
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Beschwingt ins neue Jahr gefeiert

Landeshauptstadt in Partylaune

Beschwingt und musikalisch feierte Stuttgart ins neue Jahr. Ob Party oder Gala-Dinner, in der Landeshauptstadt war einiges geboten. Die Silvesternacht verlief trotz zahlreicher Einsätze friedlich, bilanzierte die Polizei.

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TANJA SIMONCEV

Stuttgart Der Silvesterball in der Liederhalle zeigte sich zum ersten Mal in neuer Aufmachung. Über ein halbes Jahr hatte sich ein erfahrenes Team um C2-Concerts-Veranstalter Christian Doll ein neues Konzept einfallen lassen und damit Sonntagnacht mehr als 2000 Gäste begeistert: "Wir wollten ein gemischtes Publikum ansprechen und das ist uns gut gelungen", sagte Doll. Während im Beethovensaal-Foyer zu Musikklassikern ausgiebig getanzt werden konnte, sorgte DJ Bambus mit den aktuellen Hits im Hegelsaal-Foyer für ausgelassene Partystimmung. Insgesamt spielten acht Live-Acts für die gute gelaunten Gäste in allen Sälen.

Artikelbild: Landeshauptstadt in Partylaune Die Zahl 2013 wurde vor der Kulisse des Neuen Schlosses mit Wunderkerzen in die Luft geschrieben. Um Mitternacht versammelten sich tausende Menschen auf dem Stuttgarter Schlossplatz. In der Silvesternacht wurde in der Landeshauptstadt ausgiebig gefeiert. Foto: Marijan Murat/dpa

Auch das SI-Centrum hatte einiges geboten. Schließlich feierte man hier die größte Silvesterparty der Stadt. Im Dormero-Hotel ließen es sich die Freunde des guten Geschmacks bei einem Gala-Dinner mit feinen Pasteten, Hummer, Austern, Entenbrust und einzigartigen Dessertkreationen gut gehen, während im Erlebnis-Bereich des Palladium-Theaters mehr als 3000 Gäste aus Stuttgart und der gesamten Region feierten. Vier Live-Acts und drei DJs sorgten dabei für die richtige Stimmung und heizten der Menge bis in den frühen Morgen ordentlich ein.

Kleiner, aber mindestens genauso fein wurde das neue Jahr im Traumtheater Salome begrüßt. Auch hier sorgte ein Drei-Gänge-Menü für wahre Gaumenfreuden. Serviert wurde unter anderem Seeteufel-Mangold-Carpaccio mit Rote-Beete-Schaum und eine Schwarzwurzel-Cremesuppe mit Petersilienöl. Den krönenden Abschluss bildete ein Latte-Macciato-Milcheis an Espresso-Mousse und Amarettini-Schaum. Aber auch die Artisten auf der Bühne begeisterten das Publikum mit außergewöhnlicher Akrobatik. Danach feierte man im Spiegelzelt auf der Theaterbühne, die sich in eine Tanzfläche verwandelt hatte oder ging gemeinsam auf das Dach des Züblin-Parkhauses, um das Feuerwerk zu bestaunen.

Ein Feuerwerk gehört zu Silvester, wie das Amen in der Kirche. Zahlreiche Schaulustige versammelten sich auf den Halbhöhen der Stadt, um das Spektakel zu betrachten. Dabei war das, was sich zum Teil schon vor Mitternacht abspielte, nicht immer feierlich. Vor allem auf dem Schlossplatz, wo tausende Menschen zusammenkamen, wurde geböllert und geknallt, was das Zeug hielt.

Auch im Römerkastell ließ man es ordentlich krachen. 700 Feierwütige waren in Bad Cannstatt zusammengekommen, um dort auf das neue Jahr anzustoßen. Ob mit Sekt oder einem leckeren Cocktail blieb dabei jedem selbst überlassen. Unter den Gästen waren auch vier junge Frauen - echte Wiederholungstäter: "Wir feiern jedes Jahr hier. Die Stimmung ist super und die Musik gefällt uns auch sehr gut." Das Lob freute Organisator Adrian Talhof, der die Party in der Phoenixhalle nun zum vierten Mal auf die Beine gestellt hatte: "Am 20. Dezember war die Veranstaltung bereits ausverkauft. Wir hätten mindestens doppelt so viele Karten verkaufen können. Aber mir ist die familiäre Stimmung hier wichtig". Und die war in der Tat ausgesprochen harmonisch. Während die einen im Eingangsbereich die Hüften kreisten, legten die anderen im Chill-Out-Bereich die Beine hoch.

Nach der ganzen Feierei wurde es an Neujahr dann zunächst sehr besinnlich. Stuttgarts Prälat Ulrich Mack legte in der Stiftskirche die Jahreslosung der evangelischen Kirche für das Jahr 2013 aus: "Wir haben hier keine bleibende Stadt, sondern die zukünftige suchen wir". Das mache mutig, bewegt und hoffnungsfroh und bewahre davor, krampfhaft allem Glück der Erde nachzujagen. "Wer mit dem auferstandenen Christus auf das Kommende gespannt ist, kann unterscheiden zwischen dem, was vergeht und dem, was bleibt", erklärte Mack.

Schon in den frühen Morgenstunden des neuen Jahres gab es viel zu tun für die Männer der Straßenreinigung, die die Überreste des Silvesterfeuerwerks beseitigten. Auf dem Schlossplatz rückten die Müllmänner am frühen Morgen mit Besen und Kehrmaschinen an, um den Dreck auf der Königstraße und in den Seitenstraßen zusammen. Mehrere Tonnen abgebrannte Böller, Verpackungen und leere Sektflaschen mussten beseitigt werden. Bis auch in den Wohngebieten wieder alles sauber ist, dürfte es allerdings noch ein paar Tage dauern.

Der Jahreswechsel verlief in der Landeshauptstadt ohne schwerwiegende Vorkommnisse. Zwischen 18 und 6 Uhr wurden Polizei und Feuerwehr insgesamt zu 26 Kleinbränden gerufen und rückten zu 82 Rettungsdiensteinsätzen aus. In den meisten Fällen wurden Mülleimer oder Sperrmüll durch unachtsamen Umgang mit Böllern und Feuerwerkskörpern in Brand gesetzt. Es wurde nur geringer Sachschaden verzeichnet. Außerdem wurde die Polizei zu 150 Schlägereien und anderen Vorfällen gerufen. Im Schnitt wurden stündlich 18 Einsätze durch die Integrierte Leitstelle abgearbeitet. Laut einem Sprecher der Stuttgarter Polizei war es ein "nicht so wilder Jahreswechsel".

02.01.2013 - 08:30 Uhr

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