02.03.2013 Drucken Empfehlen
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Gottesdienste live aus der Porsche-Arena

Kritik an Hauptredner Ulrich Parzany

Unter dem Motto "Zweifeln und Staunen" will der Veranstalter "Pro Christ" an acht Abenden rund 6000 Menschen in die Porsche-Arena locken.

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JAN-PHILIPP SCHÜTZE

Stuttgart Vom 3. bis 10. März finden Vorträge und Diskussionen zu zentralen Glaubens- und Lebensfragen statt, die per Satellit europaweit übertragen werden. Hinter dem christlichen Großereignis steht der Verein "Pro Christ" mit Sitz in Kassel. Rund 1400 ehrenamtliche Helfer aus 50 zumeist evangelischen Kirchengemeinden der Region wollen die Porsche-Arena in ein riesiges Gotteshaus verwandeln.

Jeden Abend finden zwischen 19.30 und 21 Uhr Vorträge, Gottesdienste, Diskussionen über Glaubensfragen und Musikdarbietungen statt. Das überkonfessionelle Event wird aus der Porsche-Arena per Satellit in rund 550 deutsche und etwa 300 europäische Städte übertragen, wo sich etwa 3000 Gemeinden beteiligen.

Das Konzept des 1,75 Millionen Euro teuren Großevents erläutert Pfarrer Ulrich Parzany, Leiter von Pro Christ, folgendermaßen: "Die Besucher bekommen Impulse, über ihr Leben neu nachzudenken. Und sie werden dabei nicht allein bleiben, weil genügend Menschen da sind, mit denen sie ins Gespräch kommen können." In den Vorträgen und Gesprächen könnten die Besucher Antworten auf lebenswichtige Fragen bekommen. Durch den Event-Charakter sollen möglichst viele Menschen angesprochen werden, die sich normalerweise nicht in eine Kirche setzen.

Doch nicht bei allen stößt dieses "wegweisende Miteinander" auf Gegenliebe. Harsche Kritik kam in dieser Woche von den Veranstaltern des Christopher Street Day in Stuttgart. In einem offenen Brief wandte sich Christoph Michl, der Vorstand der Interessengemeinschaft CSD Stuttgart, an den Ersten Bürgermeister Michael Föll. In dem Schreiben heißt es, Pfarrer Ulrich Parzany sei in der Vergangenheit mehrfach durch hetzerische Aussagen gegenüber homosexuellen Mitmenschen aufgefallen. Man hege Befürchtungen, dass auch im Rahmen der anstehenden "Pro Christ"-Veranstaltung in Stuttgart Positionen vertreten werden, die für die umstrittene Heilung von Homosexualität werben.

Michael Föll sagte gestern auf Nachfrage, er habe bereits mit den Veranstaltern telefoniert. Diese hätten ihm zugesichert, dass es nicht zu dem Unterstellten kommen werde. Er selbst halte die Vorwürfe für "sehr spekulativ und an den Haaren herbeigezogen", so Föll.

02.03.2013 - 08:30 Uhr | geändert: 03.03.2013 - 22:46 Uhr

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