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Armut verdient Respekt

Fortbildung für Mitarbeiterinnen des Eltern-Kind-Zentrums

16 Mitarbeiterinnen des Stuttgarter Eltern-Kind-Zentrums (Ekiz) waren zu Gast in der Evangelischen Akademie Bad Boll. Ziel der Fortbildung war es, ihr ehrenamtliches Engagement als Köchinnen zu professionalisieren.

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MONIKA ULDRIAN
Artikelbild: Fortbildung für Mitarbeiterinnen des Eltern-Kind-Zentrums Die ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen des Stuttgarter Eltern-Kind-Zentrums bereiteten in der Küche der Evangelischen Akademie Bad Boll schmackhafte Gerichte zu. Foto: Monika Uldrian

Stuttgart/Bad Boll "Ich bin überwältigt - das ist hier alles so perfekt organisiert, erklärt Jennifer Rohrwasser mit viel Überzeugung in der Stimme. Die 26-jährige Stuttgarterin ist eine der ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen des Eltern-Kind-Zentrums im Stuttgarter Westen und ist - ähnlich wie die anderen Teilnehmerinnen - sichtlich beeindruckt von der zuvorkommenden Art ihrer Dozentin, der hauswirtschaftlichen Leiterin der Evangelischen Akademie Bad Boll, Ingrid Hess und deren Mitarbeiterinnen.

Zunächst stand die allgemeine Lebensmittelkunde mit der Aufschlüsselung in die einzelnen Ernährungsbestandteile auf dem Programm. "Doch was braucht es zusätzlich?", fragt Fachfrau Ingrid Hess. Wichtig sei es, mit Liebe zu kochen, im Team gut miteinander auszukommen, Sauberkeit und Ordnung spielen in jeder Küche eine große Rolle, ebenso wie das Motto "Das Auge isst mit". Da im Ekiz ausschließlich vegetarische Gerichte angeboten werden, vermittelte die Hauswirtschaftsleiterin Anregungen, was zur ausgewogenen vegetarischen Ernährung dazu gehört. "Hier erleben die Frauen Haltung, Mitmenschlichkeit und Respekt von einer Profi-Frau, sagt Andrea Laux, Geschäftsführerin des Eltern-Kind-Zentrums.

Verschiedene Voraussetzungen sind beim Ekiz-Team gegeben: Die Küchenmitarbeiterinnen sind unterschiedlich alt, kommen aus verschiedenen Kulturen und Religionen und finden zuhause oft nur wenig Unterstützung für ihr Tun - entsprechend gerührt reagierten sie auf ihre Unterbringung in geschmackvollen Einzelzimmern und die liebevolle Betreuung durch Ingrid Hess, deren ehrenamtliches Engagement diese Fortbildung erst möglich machte.

Abends steht nach der Theorie die Praxis an: In der modernen Akademie-Küche gehen die Frauen ans Werk. Zucchini-Minz-Frittata, gefüllte Tomaten mit Basilikum-Frischkäse oder einer der besten Abendsalate für den Herbst mit Feldsalat, Orangen und gebackenem Kürbis werden in Windeseile gefertigt und später im geschmackvoll dekorierten Saal gemeinsam gegessen.

"Dieser Kurs ist auch etwas für die Seele, er weitet den Blick, denn Armut darf keinesfalls Armseligkeit bedeuten, fasst Andrea Laux die menschliche Seite der Fortbildung zusammen. Als Geschäftsführerin des Eltern-Kind-Zentrums weiß sie um die oft knappen Budgets auch in ihrer Tätigkeit.

Viele der Frauen sind zum ersten Mal in ihrem Leben ohne ihre Kinder unterwegs. "Das haben die Frauen verdient, sie geben im Alltag so viel", ergänzt sie.

Bislang werde im Ekiz vieles aus dem Handgelenk heraus improvisiert, entsprechend aufgeschlossen sind die Frauen für die professionelle Anleitung. Und dazu ist es hier wie in einem Schloss - das Essen und die Zimmer sind richtig super", schildert Teilnehmerin Beate Nizgala ihre Eindrücke aus Bad Boll.

06.10.2011 - 08:30 Uhr

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