30.05.2012 Drucken Empfehlen
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Schausammlung "Legendäre Meister Werke"

Die Alemannen kämpfen virtuell

Zum seinem 150-jährigen zeigt das Landesmuseum Württemberg im Alten Schloss in Stuttgart die neue Schausammlung "LegendäreMeisterWerke - Kulturgeschichte(n) aus Württemberg" - mit großem Erfolg.

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SWP

Stuttgart Über Pfingsten wurde zu "Tagen der offenen Tür" ins Alte Schloss eingeladen. Die Publikumsresonanz war groß, vor dem Eingang bildete sich oft eine Warteschlange.

Artikelbild: Die Alemannen kämpfen virtuell An über 130 Stationen im Alten Schloss können Kinder anfassen, ausprobieren und staunen. Auch eine Hirschjagd am Bildschirm gehört dazu. Fotos: Kurtz

Ein etwa elfjähriger Junge steht vor einem Glaskasten. Sein Vater neben ihm muss in die Knie gehen, um auf Höhe der Glasscheibe zu gelangen. "Schau mal Papa, das hat in der Eiszeit gelebt." Der Vater wirft einen Blick auf die Infotafel neben dem Kasten und antwortet erstaunt: "Ich dachte, die sind schon viel früher ausgestorben, aber das ist ja noch gar nicht so lange her." Hinter der Scheibe steht ein Mammut, um die 50 Zentimeter hoch, aus Gips nachgebildet und lebensnah koloriert: mit braunen Zotteln und gigantischen Stoßzähnen.

Artikelbild: Die Alemannen kämpfen virtuell Den Karren mit den ersten Rädern können Kinder im Landesmuseum erleben.

Das Mammut aus Gips ist eines von 1500 Ausstellungsstücken in der neuen Schausammlung im Alten Schloss: Sie zeigt von der Altsteinzeit über das Mittelalter bis ins frühe 20. Jahrhundert Kulturgeschichte aus Württemberg - nicht nur für Experten, sondern auch für interessierte Laien. Und es wurde auch ein Rundgang speziell für Kinder ab sechs Jahren eingerichtet.

An über 130 Stationen können sie anfassen, ausprobieren und staunen. Geschichte erlebbar zu machen statt nur reine Fakten zu vermitteln, ist dabei das Credo des Landesmuseums. Selbst einen Hirsch zu erlegen - wenn auch nur digital - gehört dazu. Ein Junge hakt sich mit seinen Fingern an die Sehne des fest installierten Metallbogens ein, kneift die Lippen zusammen und lässt los - auf dem Fernsehbildschirm vor ihm an der Wand verschwindet ein Zeichentrickhirsch. Der Junge ballt die Fäuste: "Ja, getroffen."

Ein Junge im Grundschulalter steht vor einem weiteren Bildschirm und tippt im Eiltempo auf dem dazugehörigen Touchscreen vor ihm herum. Auf dem Bildschirm beginnt ein Film: "Die Waffen der Alemannen" heißt er. Alte Bilder aus einem Stuttgarter Psalter mit alemannischen Kriegern wurden am Computer in Bewegung gebracht. Die Krieger kämpfen, ein Schwert knallt auf einen Schild.

Natürlich bleiben die Erwachsenen in der Ausstellung nicht auf der Strecke. Auf dem chronologischen Rundgang im zweiten Obergeschoss des Alten Schlosses wird die facettenreiche Geschichte des Landes zwischen Bodensee und Hohenlohe vermittelt - sieben Epochen sind dargestellt.

Als Höhepunkte aus der Kulturgeschichte gelten zum Beispiel das etwa 40 000 Jahre alte "Löwenköpfchen" von der Schwäbischen Alb, der Silberring aus Trichtingen (1. Jahrhundert vor Christus), der römische Gesichtshelm aus Pfrondorf (2. Jahrhundert nach Christus), der Prunkschlitten von Herzog Eberhard Ludwig von Württemberg aus dem Jahr 1720 oder die Württembergische Königskrone von etwa 1809.

Info Das Landesmuseum Württemberg hat Dienstag bis Sonntag von 10 bis 17 Uhr geöffnet.

30.05.2012 - 08:30 Uhr | geändert: 30.05.2012 - 08:38 Uhr

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