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Stuttgart

Bankbetrüger gehen immer dreister vor Mit Skimming-Geräten hohe Beträge erbeutet

Bankbetrüger gehen immer dreister vor: Im Dezember verzeichnete die Polizei eine ganze Serie von so genannten Skimming-Fällen.

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JAN-PHILIPP SCHÜTZE

Stuttgart Mit nahezu unsichtbar angebrachten Skimming-Geräten an Geldautomaten haben Bankbetrüger Anfang Dezember in Stuttgart rund 100 000 Euro erbeutet. Bei der Polizei gingen bereits 100 Anzeigen von Geschädigten ein.

Es ist eine Entwicklung, die Sorge bereitet: Mit technisch immer versierteren Methoden beschaffen sich dreiste Bankbetrüger das Ersparte ihrer Opfer. Erst Anfang Dezember schwappte wieder eine neue Welle von Skimming-Fällen über die Landeshauptstadt. Dieses Mal traf es die Stadtteile Möhringen und Degerloch. Die Täter manipulierten gezielt mehrere Geldautomaten mit nahezu unsichtbaren Umbauten. Dabei kam eine neue Technik zum Einsatz: Um die Daten auf den EC-Karten auszuspähen, wurden in den Eingabeschlitzen hauchdünne Lesegeräte angebracht, kleine Kameras zeichneten die Eingabe der Pin auf. Der mittlerweile von vielen Banken an den Automaten installierte Schutz gegen illegale Umbauten war in diesem Fall wirkungslos. Und auch für die Kunden war die Manipulation mit bloßem Auge kaum zu erkennen.

Dass die Masche dennoch aufflog, ist nicht zuletzt der Kriminalpolizei zu verdanken, die den Tätern, die für acht weitere Betrugsfälle in ganz Baden-Württemberg verantwortlich sein sollen, schon länger auf der Spur war. Die beiden mutmaßlichen Bankbetrüger, zwei Männer im Alter von 27 und 30 Jahren, konnten dann schließlich am 15. Dezember vor einer Bank in Degerloch verhaftet werden. Zum Zeitpunkt ihrer Festnahme standen sie offenbar kurz davor, weitere Geldautomaten mit Hilfe der neuen Technik umzubauen.

Zwischenzeitlich hatten sich auch die ersten Geschädigten bei der Polizei gemeldet. Sie hatten erst im Abstand von einigen Tagen, beim nächsten Blick auf ihren Kontoauszug, festgestellt, dass ihnen ein größerer Geldbetrag fehlt. Insgesamt 100 Anzeigen gingen bislang bei der Polizei ein, in jedem Fall wurden rund 1000 Euro illegalerweise von den Konten abgebucht. Die Tatverdächtigen sitzen mittlerweile in Untersuchungshaft, ihre Hintermänner jedoch wie so oft im Ausland. Mit den in Stuttgart ausgespähten Kartendaten sei das Geld ausnahmslos an Bankautomaten in Kolumbien abgehoben worden, so die Polizei.

29.12.2012 - 08:30 Uhr

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