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Viel Schwein im neuen Jahr

30 kleine Glücksbringer auf Schaubauernhof der Wilhelma - Sauhaufen zuletzt 2006 so groß

Was für eine herrliche Sauerei: Gleich 30 Ferkel quieken, grunzen und toben auf dem Schaubauernhof der Wilhelma um die Wette. Wenn so viele kleine Glücksschweine nicht ein gutes Zeichen fürs neue Jahr sind.

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SWP

Stuttgart Dabei scheint gerade das Schwäbisch-Hällische Schwein wie geschaffen für die Rolle als Glücksbringer. Hat es doch selbst schon echt "Schwein gehabt" und konnte der Welt als wertvolles Nutztier erhalten werden.

Artikelbild: 30 kleine Glücksbringer auf Schaubauernhof der Wilhelma - Sauhaufen zuletzt 2006 so groß 14 Ferkelchen auf einen Streich: Rund eine Woche nach der Geburt Anfang November fanden noch alle Winzlinge locker Platz an den Zitzen. Foto: Wilhelma

Der Schwäbisch Hällische Eber "Rapper" und die drei Sauen "Ina", "Liesel" und "Lissi" haben diesen Herbst ganze Arbeit geleistet: Mehr als 30 Ferkel in zwei Alters- und Größenklassen setzten sie gemeinsam in die Welt - so groß war der Sauhaufen auf dem Schaubauernhof zuletzt 2006. Seit dem Sommer 2011, seit der dreijährige Rapper und seine Gefährtinnen für die Erhaltung ihrer Rasse sorgen, wurden im Saustall der Wilhelma somit schon über 80 Ferkel geboren. Der imposante Eber mit der dekorativen weißen Schwanzquaste kommt bei den Damen also offenbar nicht nur gut an, sondern seine Bemühungen tragen auch reichlich Früchte. Was nebenbei gut für die schlanke Linie zu sein scheint, denn trotz seiner stattlichen 360 Kilogramm macht Rapper eine gute Figur. Aber auch die Sauen können es kurz vor der Geburt eines großen Wurfs auf über 300 Kilogramm bringen - allerdings specken sie während des Säugens gleich wieder rund 50 Kilogramm ab. Kein Wunder, denn bis zu 16 Ferkel auf einmal können auf dem Schaubauernhof an den Zitzen der Sauen hängen.

Die Zucht der Wilhelma floriert also. Aber das scheint nur gerecht. Schließlich war es der Gründer der Wilhelma, König Wilhelm I, der auch das Schwäbisch Hällische "erfand": Er ließ chinesische Maskenschweine aus England einführen und in wildschweinähnliche Landrassen einkreuzen. Bis in die 1950er Jahre war die Neuschöpfung des Königs "der Renner" im Ländle. Danach wäre sie jedoch ums Haar von modernen mageren Modellen verdrängt worden, 1970 galt es gar als ausgestorben.

Doch einige sture Bauern retteten die robusten, auch "Mohrenköpfle" genannten Schweine quasi in letzter Minute und starteten mit wenigen Tieren eine neue Zucht. Dass das Comeback klappte, ist aber auch den Feinschmeckern zu verdanken. Weil sie das fette, schmackhafte Fleisch sehr goutierten, wurde die Zucht wirtschaftlich wieder interessant. Als Mitglied der "Züchtervereinigung Schwäbisch Hällisches Schwein" trägt die Wilhelma ebenfalls dazu bei, die steigende Nachfrage zu befriedigen. Sprich, der Schaubauernhof züchtet die Tiere wie ein richtiger Bauernhof auch für den Verzehr.

Sind die Ferkel alt genug, werden sie an Nebenerwerbsbetriebe abgegeben, wo sie bei guter Haltung gemästet werden, bis sie etwa 100 Kilogramm wiegen. Davor führen die rosaschwarzen Glücksbringer auch in der Wilhelma ein angenehmes Leben bei Vollpension und vielseitigem Wellness-Angebot vom hauseigenen Schlammbad bis zum Solarium. Und erfreuen dabei kleine wie große Besucher - bis Ende Februar noch zum Wintertarif.

31.12.2012 - 08:30 Uhr

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