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Ganz Unten

Transatlantische Spätzles-Affäre

Nicht weniger als eine halbe Seite gibt die "New York Times" dem Berliner Spätzles-Attentat - reichlich Platz also für eine Nudel-Revolte.

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WOLFGANG RISCH

New York Die aufgeregte Berliner Schwaben-Debatte hat nicht nur Wellen im Wann- und Müggelsee und an Neckar und Donau geschlagen, sondern sogar über den Atlantischen Ozean hinweg. Zwar sind die US-Amerikaner bekanntermaßen an Geschehnissen außerhalb ihres Landes nicht übermäßig interessiert, die renommierte "New York Times" fand aber den Spätzles-Anschlag auf eine Käthe-Kollwitz-Skulptur derart bemerkenswert, dass sie der Nudel-Affäre eine ganze halbe Seite widmete.

"Separatisten", schreibt das Blatt in seiner Freitagsausgabe, "haben einen sich ausbreitenden Konflikt in der deutschen Hauptstadt angezettelt", einen bewaffneten zudem: "Die Waffen ihrer Wahl waren köstliche Eiernudeln, ihr Opfer eine Frau aus Bronze." Die Überschrift: "Schwäbische Separatisten werfen Spätzle, um ihr Anliegen vorzutragen." Einen Namen haben die Separatisten natürlich auch, "Free Swabylon", freies Schwobaländle also.

Wolfgang Thierse, das offenbart der New-York-Times-Bericht, hat die Entwicklung am Prenzlberg, die sich seit langem abgezeichnet hat, entweder ignoriert oder verschlafen. Denn schon annähernd seit dem Fall der Berliner Mauer, seit zwei Jahrzehnten also, hätten sich Bewohner dieses Kiezes darüber beklagt, dass eine zunehmende Zahl von Schwaben sich des Gebiets bemächtigt. Der Trend habe sich noch verstärkt, als Berlin Sitz der Bundesregierung wurde, schreibt der Journalist Nicholas Kulish. Aufmerksamen Beobachtern zwischen Hudson und East River entging also nicht, was sich rund um den Landwehrkanal anstaute.

Die Spätzles-Affäre beweist auch, dass Politiker häufig nicht wissen, was das Volk tatsächlich bewegt. Wie sonst konnte Wolfgang Thierse erst auf diesen Zug aufspringen, als er persönlich von Wecken behelligt wurde?

Die Eiernudel-Affäre hat also den Sprung über den großen Teich geschafft, mit der Wahrnehmung anderer Details des Rests der Welt hingegen sieht es am Times Square mau aus. So verortet die New Yorker Zeitung das Schwabenland "gleich westlich von München" (just west of Munich). Dort aber heißt die Bulette Fleischpflanzerl, doch das ist eine ganz andere Geschichte.

Hier geht's zum Artikel in der New York Times

21.01.2013 - 07:30 Uhr | geändert: 21.01.2013 - 10:43 Uhr

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