02.09.2010 Drucken Empfehlen
[X]
 per eMail empfehlen


   

Autobiografie

Tony weint ins Schnapsglas

Regierungsfrust, Druck seines Konkurrenten Brown, Ärger mit der Queen: Der einstige britische Premier Tony Blair trank offenbar viel. Überraschungen sind selten in der 700 Seiten starken Autobiografie des ehemaligen britischen Premiers Tony Blair - allenfalls, dass seine Liebe zum Alkohol beträchtlich war.

Anzeige


HENDRIK BEBBER

London. Zur Flasche habe ihn sein Nachfolger Gordon Brown, der in Blairs Amtszeit Schatzkanzler war, getrieben. Der "ständige Druck" seines Rivalen habe ihn "fast wahnsinnig" gemacht. Blair lobt seinen Weggefährten zwar als "einen starken fähigen und brillanten Mann", jedoch ohne "emotionale Intelligenz".

Blair gibt zu, dass ihn sein Schatzkanzler bei missliebigen Entscheidungen sogar erpresste. Kein Wunder also, dass er sich mit "steifen Whiskys, Gin&Tonic und Wein" über den Regierungsfrust rettete: "Mit der Zeit wird es leicht eine tägliche Gewohnheit, die der Körper braucht, um sich zu entspannen, um mit dem Druck fertig zu werden, um zu stimulieren und einen langweiligen Abend erträglich zu machen", erklärt Blair seine "Krücke". Auch nach Begegnungen mit der "hochmütigen" Queen während der Krise nach Dianas Tod brauchte Blair einen Drink, um die Monarchie vor dem Untergang zu retten. Unumwunden schildert er seine Faszination für die schöne Prinzessin ("Ich bin ein Mann wie jeder andere") und sieht sie darüber hinaus als Seelenverwandte: "Wir waren beide auf unsere eigene Art Manipulatoren - gut in der Kunst die Gefühle anderer Menschen auszunutzen und mit ihnen zu spielen."

Vieles blendet Blair einfach aus: So, dass der Vertrauensverlust der Briten in die Politik mit dem IrakKrieg begann. Am Sinn dieses militärischen Abenteuers an der Seite seines "hochintelligenten" Freundes George W. Bush glaubt Blair weiterhin, auch wenn er den Tod vieler Soldaten bedauert.

Den Vorschuss von fünf Millionen Euro und die Tantiemen für das Buch spendet Tony Blair dem Verband der britischen Kriegsveteranen. Die "British Legion" dankte mit gemischten Gefühlen für diese noble Geste. Peter Brierly, dessen Sohn Shaun im Irak fiel, nannte die Spende "Blutgeld". Blair kann gut auf seine Bucheinnahmen verzichten, denn seit seinem Rücktritt vor drei Jahren soll er dank Beraterverträgen mehr als 20 Millionen Euro verdient haben.

02.09.2010 - 08:30 Uhr | geändert: 02.09.2010 - 15:05 Uhr
Anzeige


Nachrichten aus ...
Reutlingen Wannweil Pliezhausen Walddorfh�slach Ammerbuch T�bingen Dettenhausen Kirchentellinsfurt Kusterdingen Gomaringen Dusslingen Ofterdingen Mössingen Nehren Bodelshausen Hirrlingen Neustetten Rottenburg Starzach Horb
Anzeige


Anzeige


Ihr Kontakt zur Redaktion

Single des Tages
Anzeige
Testbericht.de - vergleichen Sie über 100.000 Produkte mit Tests und Preisangeboten.