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Politisches Buch

"Tea Party": Dafür kämpft Amerikas Rechte

Die rechten Fundamentalisten greifen in den USA nach der Macht. Wie das gehen soll, erklärt Eva C. Schweitzer im Buch "Tea Party. Die weiße Wut".

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JULIANE BAUMGARTEN

Sie sind gegen Abtreibung, staatliche Einmischung und Steuern für Superreiche. Sie hassen die liberalen Medien, Homosexuelle sowie die Gewerkschaften und in Barack Obama kulminiert alles, was sie ablehnen: Die Tea Party. Die neue rechte Bewegung in den USA hat sich nach dem Wahlsieg des ersten schwarzen Präsidenten gebildet - und kämpft gegen ihn und seine als "kommunistisch" verdächtigte Politik. Mit welchen Mitteln und Methoden, das beschreibt die Journalistin Eva C. Schweitzer in ihrem Buch.

Amerikas Neue Rechte verehrt Ronald Reagan und die Gründerväter, ist streng religiös und glaubt an die Todesstrafe. Schweitzer charakterisiert die Bewegung als: "erboste weiße Kleinbürger in einem Land, das schneller bunt und multikulturell wird, als es ihnen lieb ist". Dabei greift die Tea Party Ängste vor Überfremdung und sozialem Abstieg geschickt auf und stilisiert sich als Heilsbringer. Ihr Lieblingsfeind: Obamas Krankenversicherung. Die soll wieder abgeschafft werden. Dass angemessene medizinische Versorgung für viele dann noch unerreichbarer sein wird als bisher, spielt für die Rechten keine Rolle. Etwa zwanzig Prozent der Amerikaner sind Anhänger der Tea Party.

Um herauszufinden, wo die Bewegung herkommt und wo sie hinwill, hat sich die Autorin auf eine Reise quer durch Amerika begeben - 12 000 Meilen von New York nach Kalifornien. Auf dieser Reise trifft sie etliche Präsidentschaftskandidaten. Michele Bachmann oder Rick Perry, die beide schon hingeschmissen haben. Aber auch Newt Gingrich oder Ron Paul, die noch im Rennen sind. "Der Kampf um die Zukunft Amerikas wird in diesem Jahr entschieden."

Der momentan wohl aussichtsreichste republikanische Kandidat Mitt Romney wird von der Tea Party skeptisch betrachtet. Romney gilt als Rino (Republican in Name Only) und die Tatsachen, dass er Mormone und Multimillionär ist, bringen ihm wenig Sympathien ein. Wichtigstes Ziel aber ist es, Obama loszuwerden. Die Autorin gibt in ihrem Buch einen guten Einblick in die Motivation und Ziele der rechten Bewegung. Als Europäer bleibt man an etlichen Stellen kopfschüttelnd zurück. Manchmal verliert sich Schweitzer in Aufzählungen von Namen aus der Szene, die nur Insider einordnen können, was das Lesen teils etwas schwerfällig macht.

Info Eva C. Schweitzer: Tea Party.

Die weiße Wut. Was Amerikas Neue Rechte so gefährlich macht.

Deutscher Taschenbuch Verlag 2012. 279 Seiten 14,90 Euro.

15.02.2012 - 08:30 Uhr | geändert: 15.02.2012 - 08:30 Uhr

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