Zum ersten Mal seit 55 Jahren haben die Finnen einen Konservativen zum Präsidenten gewählt: Sauli Niinistö. Er siegte in der Stichwahl klar.
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HANNES GAMILLSCHEG
Konservativer Präsident Finnlands: Sauli Niinistö.
Finnlands neues Staatsoberhaupt heißt Sauli Niinistö. Der 63-jährige Konservative gewann die Stichwahl klar gegen den zehn Jahre jüngeren Grünen Pekka Haavisto. Er löst die Sozialdemokratin Tarja Halonen ab, die nach zwei sechsjährigen Amtsperioden nicht mehr kandidieren konnte. Niinistö tritt sein Amt am 1.März an. Er ist der erste konservative Präsident seit 55 Jahren. Während der vergangenen 30 Jahre hatten die Sozialdemokraten das höchste Amt im Staat inne. Niinistö galt als klarer Favorit, seit er vor sechs Jahren Halonen nur denkbar knapp unterlag.
Niinistö war Justiz- und später auch sieben Jahre lang Finanzminister, konservativer Parteichef, Parlamentspräsident und Vizepräsident der Europäischen Investitionsbank. Seine Beliebtheit jedoch verdankt er wohl mehr seinem persönlichen Schicksal als seinen politischen Erfolgen. Er verlor 1995 seine erste Frau Marja-Leena bei einem Verkehrsunfall mitten in der hektischsten Phase eines Wahlkampfs und überlebte die Tsunami-Katastrophe 2004 in Khaolak in Thailand mit seinen beiden Söhnen an einen Strommast geklammert.
Schon vor der Präsidentschaftswahl 2000 hatte ihn seine Partei zur Kandidatur gedrängt. Er lehnte ab: Sein Single-Leben als Witwer passe nicht zum höchsten Staatsamt. Später machte der "fesche Sauli" durch eine Liaison mit der ehemaligen Schönheitskönigin und damaligen Kulturministerin Tanja Karpela Schlagzeilen. Die Verlobung endete nach einem Jahr. Seit 2009 ist Niinistö mit der fast 30 Jahre jüngeren Jenni Haukio verheiratet, die Pressechefin der Konservativen und nebenher Lyrikerin ist. Niinistö gilt als überzeugter Anhänger von EU-Mitgliedschaft und Euro, den Nato-Beitritt, den er früher propagierte, hält er nicht mehr für dringlich.