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Nato-Kommando in die Pfalz

Raketenabwehr soll von Ramstein aus befehligt werden

Die Pläne der Nato für ihre Raketenabwehr werden konkreter: Das Kommando soll nach Ramstein. In Russland gibt es weiterhin Vorbehalte.

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AFP/DPA

Brüssel/Ramstein Das Kommando für den geplanten Raketenabwehrschild der Nato wird auf dem Luftwaffenstützpunkt Ramstein (Rheinland-Pfalz) eingerichtet. Das bestätigte ein Sprecher des Hauptquartiers der Nato-Luftstreitkräfte. Ramstein werde im Zuge der Umstrukturierung der Nato für den gesamten Luftbereich der Allianz zuständig sein. "Dazu gehört dann auch die Abwehr ballistischer Flugkörper." Genaue Angaben zum Zeitplan machte der Sprecher nicht, das Projekt befinde sich "noch in der Vorbereitungsphase".

Verteidigungsminister Thomas de Maizière (CDU) sagte, auch nach dem Abzug von US-Truppen werde "Deutschland die wichtigste, strategisch bedeutendste Stationierung der Vereinigten Staaten in Europa sein". Dazu gehöre "insbesondere auch Ramstein in seiner für die Luftwaffe strategischen Bedeutung". Bei dem Raketenschild gehe es "um eine in Europa stationierte Raketenabwehr gegen Bedrohungen aus dem Nahen Osten, insbesondere aus dem Iran", sagte de Maizière. "Deutschland kann sich vorstellen, die Patriot-Raketen, die in Deutschland sind, auch als Teil dieses Systems zur Verfügung zu stellen." Insgesamt sind in Deutschland 24 Patriot-Raketen der deutschen Luftwaffe stationiert.

Erste Studien für eine Raketenabwehr existieren seit 2002. Die Entwicklung des Systems wurde dann auf dem Nato-Gipfel von Lissabon 2010 beschlossen. Eine wesentliche technische Herausforderung besteht darin, eine feindliche Rakete sehr rasch zu erkennen und innerhalb weniger Minuten eine Abwehrrakete auf Kollisionskurs zu schicken, um die anfliegende Rakete in großer Höhe zu zerstören. Manche Experten bezweifeln, dass dies unter den Bedingungen eines Ernstfalls möglich ist.

In Russland stößt der Raketenabwehrschild auf massive Vorbehalte. Moskaus Verlangen nach einer Mitentscheidung beim Einsatz wird von der Nato abgelehnt. Russland hat deswegen mit der Stationierung eigener Raketen gedroht, die Raketen der Nato abwehren könnten. De Maizière sagte gestern, die Nato wolle das System "gemeinsam mit Russland machen, in einer noch zu besprechenden Weise".

Mehrere Staaten haben bereits ihre Beteiligung zugesagt, unter ihnen Polen, Spanien, Rumänien und die Türkei.

03.02.2012 - 08:30 Uhr

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