26.02.2013 Drucken Empfehlen
 per eMail empfehlen


   

Reisepass für Lebensmittel

Nach neuen Skandalen werden eindeutige Herkunftsangaben gefordert

Als Folge der neuen Betrügereien im Lebensmittelhandel wird über klarere Herkunftsangaben beraten. Zudem werden die Kontrollen verschärft.

Anzeige


HANNA VAUCHELLE UND DPA

Berlin/Brüssel Im Skandal um Millionen falsch deklarierter Bio-Eier fordern Politiker und Verbände Sanktionen gegen betrügerische Betriebe und wirksamere staatliche Kontrollen. Bundesverbraucherministerin Ilse Aigner (CSU) sieht besonders die Länder in der Haftung.

"Die Kontrollen, für die die Länder zuständig sind, können nicht nur vom Schreibtisch aus durchgeführt werden. Man muss sich die Betriebe auch mal vor Ort anschauen", sagte Aigner in Brüssel beim Treffen der EU-Agrarminister.

Mit ihrem Wunsch nach strengeren Regeln stand die Bundesministerin nicht allein da. Auch Frankreich, Großbritannien und Österreich forderten klare Herkunftsangaben. Einen "europäischen Reisepass für Lebensmittel" schlug der Wiener Landwirtschaftsminister Nikolaus Berlakovich vor. Konsumenten müssten klar erkennen können, wenn "Fleisch durch halb Europa reist". Deshalb müssten auch verarbeitete Lebensmittel mit Herkunftsangaben versehen werden.

Die EU-Kommission kündigte bis zum Herbst eine Machbarkeitsstudie zur Kennzeichnung für verarbeitete Lebensmittel an. Geplant ist, dass alle Fleischsorten und -produkte sowie deren Bestandteile mit Angabe des Geburtsortes, des Produktionsortes und des Schlachtortes angegeben werden müssen.

Die Grünen im Europaparlament forderten zudem eine Stärkung des Lebensmittel- und Veterinäramtes der EU. Dieses solle vermehrt sicherstellen, dass die Lebensmittelkontrollen in den Mitgliedsstaaten entsprechend der EU-Regeln durchgeführt werden. Auch der deutsche Beamtenbund kritisierte den Mangel an Kontrolleuren.

Millionen Eier aus Freiland- und Bodenhaltung vor allem aus Niedersachsen sollen als Bio-Eier in den Handel gelangt sein, obwohl die Legehennen in überfüllten Ställen nicht so gehalten und gefüttert wurden, wie es für Bio-Eier vorgeschrieben ist. In Baden-Württemberg seien bisher keine falsch deklarierten Eier aufgetaucht, erklärte das Landes-Verbraucherministerium.

Betrügereien bei der Hühnerhaltung sind nach Angaben der Ermittler weit verbreitet. "Es scheint relativ flächendeckend Praxis gewesen zu sein", sagte der Leiter der Oldenburger Staatsanwaltschaft, Roland Herrmann.

26.02.2013 - 08:30 Uhr

Anzeige

(c) Alle Artikel, Bilder und sonstigen Inhalte der Website www.tagblatt.de sind urheberrechtlich geschützt. Eine Weiterverbreitung ist nur mit ausdrücklicher Genehmigung des Verlags Schwäbisches Tagblatt gestattet.

Anzeige


Bildergalerien und Videos

Weihnachtsbasar in Taipeh

Basketball: Alba schlägt Tigers mit 90:68

Gasexplosion in der Dußlinger Merianrealschule

Freihandelsabkommen ja oder nein?

Turner-Weihnachtszirkus der Spvgg Mössingen

Tübinger Weihnachtsmarkt 2014

Montagsdemo: 500 Mal gegen Hartz IV

Das Ammertal - Refugium für seltene Tiere

SSC Tübingen schlägt Altingen 3:2

2670 Starter beim Tübinger Nikolauslauf

TVR fordert Serienmeister vom Bodensee

Die Chocolart lockt Schokofans nach Tübingen

Die Bambam-Band lädt zum Nikolaus-Benefiz-Konzert

Sepp Buchegger: Advent Advent 2014

Talheim unterliegt Frommenhausen 0:3 Millipay Micropayment

Basketball: Tübingen unterliegt Göttingen

BFA-Gelände: Eine Forschungsanstalt im Dornröschenschlaf

Die erste Saison-Niederlage des TVR in Bildern

Anzeige


Anzeige


Nachrichten aus ...
ReutlingenWannweilPliezhausenWalddorfh�slachAmmerbuchT�bingenDettenhausenKirchentellinsfurtKusterdingenGomaringenDusslingenOfterdingenMössingenNehrenBodelshausenHirrlingenNeustettenRottenburgStarzachHorb
Die Woche im Rückklick
Artikelbild: Gasexplosion an der Dußlinger Realschule auf dem Höhnisch

Wissen, was war

Die Woche vom 13. bis 19. Dezember: Gasexplosion an Schule, Kaya Yanar in der Kinderklinik und ein hungriger Dieb

Aktive Singles auf
date-click
Anzeige


Das TAGBLATT-Zeitungsarchiv
Artikelbild: Das Redaktionsarchiv des SCHWÄBISCHEN TAGBLATTS

Sie suchen? Wir finden.

Wer kennt das nicht: Ausgerechnet den Artikel zum Thema, das einen gerade beschäftigt, hat man verpasst. Oder man braucht dringend einen Überblick über eine regionale Fragestellung. Das TAGBLATT-Archiv hilft weiter.

Ihr Kontakt zur Redaktion
Schwäbisches Tagblatt 

07071/934-0

Tagblatt Online
07071/934-0
Steinlach Bote 07473/9507-0
Rottenburger Post 07472/1606-16
Reutlinger Blatt 07121/3259-50
Neckar Chronik Horb 07451/9009-30
Tagblatt Anzeiger 07071/934-0