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Politik

KOMMENTAR · BUNDESWEHR: Einstieg in den Ausstieg

Die Verkürzung der Wehrdienstzeit auf sechs Monate stellt einen Kompromiss auf politischem Parkett dar, der keinem hilft. In den Führungsetagen der Bundeswehr ist man sich weitgehend einig, dass eine moderne Einsatzarmee mit diesen "Soldaten light" wenig anfangen kann.

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Die Zeit in der Truppe ist zu kurz, um sie zu integrieren.

Die oft beklagte Wehrungerechtigkeit zulasten derer, die zum Bund müssen, während viele Altersgenossen verschont bleiben, bleibt bestehen. Auch mit der neuen Regelung wird nur ein kleiner Teil der möglichen Rekruten zum Dienst verpflichtet werden.

Und das Heer der stillen Helfer im Zivildienst, das früher abspringen und fehlen wird? In den Verbänden und Heimen, die laut klagen, wird man sich am raschesten von Guttenbergs Schnellschuss erholen. Der Zivi war ohnedies nie als Parallel-Arbeitswelt für den Sozialbereich gedacht, auch wenn er längst dazu mutiert ist. Sozialverbände, Rettungsdienste und Altenheime müssen sich künftig die jungen Leute also über das "freiwillige soziale Jahr" holen.

Ein Grundproblem dieser Wehrdienstreform, die nur ein Reförmchen ist, liegt darin, dass die Diskussion über die künftige Struktur der Bundeswehr verhindert wird. Es ist ein ungutes, aber beliebtes politisches Spiel, durch Reförmchen unliebsame Debatten über Reformen zu verschieben. Oder gar Farbe zu bekennen. Denn tatsächlich ist Guttenbergs Vorstoß der Einstieg in den Ausstieg aus dem Wehrdienst. WILLI BÖHMER.

18.03.2010 - 08:30 Uhr
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