11.08.2012 Drucken Empfehlen
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Utopische Olympia-Ziele

Innenministerium: Deutsches Team sollte 86 Medaillen holen

Kurz vor Ende der Olympischen Spiele liegen die deutschen Athleten weit hinter dem Medaillensoll. Die Vorgabe des Innenministeriums war geheim.

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DPA

London/Berlin Das deutsche Team hat das hochgesteckte Medaillenziel bei den Olympischen Spielen in London meilenweit verfehlt. 86 Medaillen sollten es demnach werden, davon 28 goldene. Nach gut 240 der 302 Entscheidungen kam das deutsche Team bisher auf 38 Medaillen (10 Gold, 17 Silber, 11 Bronze).

Artikelbild: Innenministerium: Deutsches Team sollte 86 Medaillen holen

Das für den Sport zuständige Bundesinnenministerium hatte in Absprache mit dem Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) wenige Minuten vor Ablauf einer gerichtlichen Frist gestern Mittag die bisher geheim gehaltenen Zielvereinbarungen veröffentlicht. "Kurz vor Abschluss der Olympischen Sommerspiele 2012 sehen wir keine Notwendigkeit mehr, die zwischen den Sportfachverbänden und dem DOSB vereinbarten Medaillenziele vertraulich zu behandeln", sagte DOSB-Präsident Thomas Bach. Die Vereinbarung, deren Veröffentlichung ein Journalist der WAZ-Mediengruppe erwirkt hat, war im Herbst 2008 nach dem Ende der Spiele in Peking getroffen worden. Mit Blick auf die Medaillenbilanz von Peking - 41 Medaillen (16/10/15) - mutet die Prognose äußerst optimistisch an.

Die Vereinbarung dient dem Innenministerium als eine Grundlage für die Vergabe von Fördergeldern. "Dies sind ausdrücklich keine einseitigen Vorgaben, sondern gemeinsame Einschätzungen der Chancen für London auf Grund der damals zu erwartenden Leistungsentwicklung in den Verbänden", sagte DOSB-Generaldirektor Michael Vesper. Die Zahlen als "konkrete Medaillenplanwirtschaft" zu interpretieren, "wäre naiv und ginge an der Sachlage vorbei". Jeder, der sich im Sport auskenne, wisse, dass sich "erfahrungsgemäß nur ein Teil der Jahre zuvor identifizierten Medaillenchancen realisieren lässt". Innenminister Hans-Peter Friedrich (CSU) sagte, es gehöre zu seinen Aufgaben, sich für schutzwürdige Belange des Sports einzusetzen. "Dazu gehörte, im Rahmen des presserechtlichen Auskunftsverfahrens die erbetenen Auskünfte nicht zu erteilen."

Gestern:

Freiwasser-Schwimmen 10 Kilometer: Silber für Thomas Lurz.

Weitere Berichte im Sportteil und unter http://www.swp.de

11.08.2012 - 08:30 Uhr

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