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Kurzer Dienst kommt früher

Guttenberg zieht Wehrreform vor

Der Wehrdienst soll rascher als geplant auf sechs Monate verkürzt werden. Sozialverbände sind besorgt um die Zukunft des Zivildienstes.

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Berlin Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) will seine Pläne zur Wehrdienstreform beschleunigt umsetzten. So soll der Grundwehrdienst bereits zum 1. Oktober 2010 und nicht wie bisher geplant zum 1. Januar 2011 von bisher neun auf künftig nur noch sechs Monate verkürzt werden. Für Zivildienstleistende solle die Sechs-Monate-Regelung sogar bereits ab dem 1. August gelten.

"Ein Wehrdienstleistender soll Truppenerfahrung sammeln - keine Bummelerfahrungen", sagte zu Guttenberg. Er will nicht nur, wie im Koalitionsvertrag vereinbart, den Grundwehrdienst von neun auf sechs Monate verkürzen, sondern auch die Grundausbildung innerhalb des Wehrdienstes von bisher drei auf künftig zwei Monate reduzieren. Durch die Verkürzung müssten künftig 50 000 statt bisher 40 000 Grundwehrdienstleistende pro Jahr einberufen werden.

Mit Kritik reagierte der scheidende Wehrbeauftragte des Bundestages, Reinhold Robbe (SPD). Es sei nicht notwendig, etwas übers Knie zu brechen. "In der Truppe wird die Verkürzung überwiegend sehr skeptisch gesehen, weil man dort im Augenblick noch nicht erkennen kann, in welche Richtung das Ganze gehen soll." Die Verkürzung der Grundausbildung beurteilte der Wehrbeauftragte als wenig praktikabel. Ausbilder hielten eine Mindestzeit von drei Monaten für unabdingbar. Das Deutsche Rote Kreuz (DRK) zeigte sich besorgt um die Zukunft des Zivildienstes. DRK-Präsident Rudolf Seiters sagte, in der kurzen Zeit sei es unmöglich, einen Ersatz für die Leistungen der Zivildienstleistenden zu schaffen.

Die Vorsitzende des Verteidigungsausschusses im Bundestag, Susanne Kastner (SPD), hält die vorgezogene Verkürzung für verfrüht. Sie sei "sehr erstaunt" darüber, dass Guttenberg seine Wehrpflichtreform bereits in diesem Jahr umsetzten will. Die FDP bekräftigte, dass sie die Verkürzung grundsätzlich für sinnvoll halte. Die Wehrexpertin Elke Hoff wies darauf hin, dass die Liberalen grundsätzlich für eine Abschaffung der Wehrpflicht zugunsten einer Berufsarmee seien, doch Guttenbergs Vorschläge könnten ein Kompromiss auf dem Weg dahin sein. Die Zentralstelle für Recht und Schutz der Kriegsdienstverweigerer aus Gewissensgründen (KDV) begrüßte Guttenbergs Vorstoß ausdrücklich. dpa/apn

18.03.2010 - 08:30 Uhr
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