25.01.2013 Drucken Empfehlen
 per eMail empfehlen


   

Peter Struck wird vermisst

Ein Freund, ein guter Freund

Peter Struck, der kurz vor Weihnachten gestorben ist, wird vermisst in Berlin - auch von der parteipolitischen Konkurrenz.

Anzeige


GUNTHER HARTWIG

Berlin Ein Freund, ein guter Freund - der ist äußerst selten in der Politik. Schon überhaupt einer, der auch noch die Grenzen der politischen Lager spielend überwindet. Peter Struck aber war so einer, gestern wäre er 70 Jahre alt geworden. Eigentlich hatte die Friedrich-Ebert-Stiftung eine Geburtstagsfeier für ihren Vorsitzenden geplant, nun wurde es eine Gedenkstunde mit einem riesengroßen Freundeskreis, Altbundespräsident Richard von Weizsäcker (CDU) an der Spitze.

Was war das Geheimnis des früheren SPD-Fraktionschefs und Verteidigungsministers? Rezzo Schlauch, Strucks Koalitionspartner in der rot-grünen Ära, sagte es so: "Vertrauen, das war der Schlüssel seiner Strahlkraft." Der so knorrig erscheinende Genosse hat es verstanden, Vertrauen aufzubauen und nicht zu enttäuschen, in der SPD, beim politischen Gegner, in der Bundeswehr. Schlauch: "Er war ein Guter."

Auch Volker Kauder, der CDU/CSU-Fraktionschef, ist in der Zeit der großen Koalition zum Struck-Freund geworden. "Volker", so habe der eingefleischte Parlamentarier ihm gleich zu Beginn ihrer schwarz-roten Partnerschaft erklärt, "wenn die Minister was von uns wollen, müssen die zu uns kommen, in unser Büro." So ist es geschehen, und Kauder verriet, dass sich besonders die beiden Sozis Sigmar Gabriel und Peer Steinbrück schwer mit den selbstbewussten Fraktionsführern taten. Einmal habe Struck den Finanzminister angeknurrt: "Peer, es ist gut." Und Steinbrück habe fortan Ruhe gegeben.

Ex-Kanzler Gerhard Schröder sang ebenfalls ein Lied von der zuverlässigen Unabhängigkeit des niedersächsischen Parteifreundes: "Mit Basta war dem Peter nicht beizukommen." Doch das Schöne an Struck war: "Auch im härtesten Konfliktfall stand seine Loyalität nie in Frage. Selbst wenn es mal gekracht hat, sagte er: Nun ist gut, wir machen weiter."

Schröder und Schlauch fehlt der Kumpel aus rot-grünen Tagen sehr. Und Volker Kauder? Mehrfach hat Struck ihn in den letzten zwei, drei Jahren gefragt, gern im Beisein liberaler Koalitionspartner des CDU-Spezis: "Volker, vermisst du mich?" Gestern gab der Schwabe die Antwort: "Ja, ich vermisse ihn!"

25.01.2013 - 08:30 Uhr

Anzeige

(c) Alle Artikel, Bilder und sonstigen Inhalte der Website www.tagblatt.de sind urheberrechtlich geschützt. Eine Weiterverbreitung ist nur mit ausdrücklicher Genehmigung des Verlags Schwäbisches Tagblatt gestattet.

Bildergalerien und Videos

Das neue Glockenspiel der Stiftskirche

Stiftskirchenorganist Braun stellt das Glockenspiel vor

Verbraucherminister Bonde in der UDO-Großküche

Abtauchen im Uhlandbad: Gäste unter Wasser

Bodelshausen spielt gegen Poltringen/Pfäffingen 3:3 Millipay Micropayment

Senfit: die Seniorenmesse in Tübingen

104:64 - Tigers wie entfesselt im Abstiegskampf

Guerilla-Merketing mit der Laserkanone

Tübinger Nacht im April 2014

Video-Zusammenfassung: TV Derendingen - SC Freiburg II 1:0 Millipay Micropayment

Wendelsheim unterliegt Hirschau 0:2 Millipay Micropayment

Eine Zinser-Modenschau präsentiert aktuelle Sommertrends

SV Pfrondorf - TSV Hirschau 0:0 Millipay Micropayment

Endlich wieder ein Sieg: Tigers gegen Trier 74:67

Fuchs und Dachs in der Mörikestraße

SV Wurmlingen - TSV Dettingen 2:0 Millipay Micropayment

Hinter den Kulissen der Neckarmüllerei

Lagerhallenbrand in Pfäffingen

Anzeige


Nachrichten aus ...
ReutlingenWannweilPliezhausenWalddorfh�slachAmmerbuchT�bingenDettenhausenKirchentellinsfurtKusterdingenGomaringenDusslingenOfterdingenMössingenNehrenBodelshausenHirrlingenNeustettenRottenburgStarzachHorb
Anzeige


Die Woche im Rückklick
Die beiden Neuankömmlinge im Glockengebälk: Sie stehen (beziehungsweise hängen) für das ...

Wissen, was war

Die Woche vom 12. bis 17. April: Tübinger tauchen ab, ein verdächtiger Patient und ein Glockenspiel für die Stiftskirche

Aktive Singles auf
date-click
Anzeige


Zeitzeugnisse

Vor 50 Jahren: Kanzler Erhard besuchte Tübingen

Das „Wirtschaftswunder“ der Nachkriegszeit verkörperte Ludwig Erhard wohl wie kein anderer: Der CDU-Mann war wohlgenährt, hatte stets eine Zigarre im Mundwinkel „und eine gesunde Farbe des Erfolgs im Gesicht“, bemerkte der TAGBLATT-Chronist, als Erhard zu seinem ersten – und einzigen – Staatsbesuch nach Tübingen kam. Das war vor 50 Jahren, am 24. Februar 1964.

Anzeige


Ihr Kontakt zur Redaktion