Als Edelfan der Fußball-Nationalmannschaft gilt Angela Merkel seit Jahren. Doch auch für den Breitensport hat sie ein großes Herz.
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GUNTHER HARTWIG
Berlin Ihr Respekt ist beträchtlich. "Alles, was da gemacht wird", bekennt Angela Merkel freimütig, "kann ich nicht." Boxen, Judo, Inlineskating zum Beispiel. Oder Biathlon: Da sitzt die Bundeskanzlerin oft staunend vor dem Fernseher und jubelt Magdalena Neuner zu. Dass sie nun schon Expertin für die Disziplin der Skijäger ist, verneint die CDU-Chefin: "Nö, das nicht, aber man kennt sich besser aus."
Angela Merkel und der Sport - das war nicht von Anfang an eine Erfolgsgeschichte. Die Leibesübungen zählten nicht zu den besseren Fächern der Schülerin aus Templin: "Ich war kein Bewegungstalent." Immerhin gilt heute für sie und ihren Ehemann: Das Wandern ist der Merkels Lust. Und als Zuschauerin tummelt sich die Kanzlerin auf vielen Feldern.
Ziemlich sicher ist, dass Angela Merkel bei den Top-Ereignissen dieses Sportjahres live dabei ist - bei der Fußball-EM und den Olympischen Spielen. Und doch hängt ihr Herz nicht nur an den Highlights des internationalen Leistungssportkalenders. Schon seit drei Jahren lässt sie es sich nicht nehmen, das soziale Engagement von Sportvereinen zu würdigen - bei der Gala zum "Großen Stern des Sports" in Berlin.
Dieses vom Deutschen Olympischen Sportbund und dem Volksbankenverband organisierte Schaufenster des gesellschaftlichen Ehrenamts bietet Merkel alljährlich die Chance, "die tolle Arbeit der Vereine" zu würdigen und gleichzeitig den Fernsehfritzen ins Stammbuch zu schreiben: "Wär" doch schön, wenn darüber öfter berichtet würde."
Zum Beispiel über die Märkische Turngemeinde Essen-Horst, die mit ihrem Programm "United Sports" für die Integration von Jugendlichen mit Migrationshintergrund den ersten Platz im Bundeswettbewerb holte. Oder über den VfL Sindelfingen 1862, der mit acht Übungsleitern an zwei Grund- und Realschulen den Sportunterricht unter seine Fittiche genommen hat und dafür mit einem kleinen "Stern des Sports" ausgezeichnet wurde. Als Belohnung gab es Geld, eine Urkunde und einen ehrenden Händedruck der Kanzlerin. Und als Ansporn für andere Vereine die Zusage Merkels, auch 2013 wieder dabei zu sein: "Wir alle geben unser Bestes."