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Von wegen pudelwohl

Die zehn häufigsten Fehler beim Wohnen mit Tieren

1. Der Vermieter macht Ärger: Und bekommt im Falle eines Rechtsstreits um Hunde- oder Katzenhaltung in aller Regel Recht. Verbietet nämlich eine Klausel im Mietvertrag die Haltung von Hunden und Katzen, hat der Mieter schlechte Karten.

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Sollte der Vierbeiner schon eingezogen sein, kann der Vermieter sogar verlangen, dass das Tier wieder abgegeben wird. Wer zur Miete wohnt und sich Hund oder Katze anschaffen will, muss also vorab entweder seinen Mietvertrag dahingehend prüfen oder - besser noch - beim Vermieter nachfragen. Wer auf Nummer sicher gehen will, bereitet am besten auch die Nachbarn auf den vierbeinigen Familienzuwachs vor. Das so genannte Kleintierprivileg erlaubt in Deutschland lediglich die Haltung von Vögeln, Kleinnagern oder Zierfischen. Auch harmlose Echsen und ungiftige Schlangen fallen unter dieses Kleintierprivileg.

2. Arme Allergiker: Überall Tierhaare!

Artikelbild: Die zehn häufigsten Fehler beim Wohnen mit Tieren So kann es gehen, wenn dem Hund die Zeit lang wird. Dass eine Deutsche Dogge in einem Ein-Zimmer-Appartment fehl am Platz ist, versteht sich. Doch auf die Größe kommt es nicht an; die Abwechslung macht den Reiz aus. Fotos: Fotolia

Wer allergisch auf Tierhaare reagiert, verzichtet selbstverständlich am besten auf die Anschaffung haariger Hausgenossen oder entscheidet sich für kurzfellige Rassen oder gar Nacktzüchtungen. Manchmal freilich offenbart sich eine Allergie erst, wenn engerer Kontakt zum Tier zustande kommt, der Hund, die Katze oder das Meerschweinchen also bereits mit in der Wohnung lebt. Bevor man sich jedoch schweren Herzens trennt, lohnt es sich, einige Vorsichtsmaßnahmen auszuprobieren beziehungsweise die Wohnung allergiker-freundlicher zu gestalten.

Fußböden, Wände und Möbel sollten bei Allergikern am besten aus Materialien bestehen, die leicht und häufig feucht zu reinigen sind. Die Räume möglichst sparsam möblieren. So kann sich weniger Staub ansammeln, der die Allergene durch die Luft trägt. Staubfänger wie Rattanmöbel, Plüschtiere, Sofakissen, Felle oder Trockenblumen entfernen. Mit angefeuchteten Gummihandschuhen regelmäßig über Sofa und Sessel streichen. Durch die elektrostatische Aufladung lassen sich Tierhaare ganz einfach aufnehmen. Auf Teppichböden in der Wohnung möglichst verzichten - insbesondere im Schlafzimmer. Nachteil: Auf glatten Böden rutschen Hunde leicht aus; und je größer und temperamentvoller das Tier, umso größer die Verletzungsgefahr. Generell sollten die Schlaf- und Ruheplätze des Tiers nicht dieselben sein, die der Allergiker oft aufsucht. Hund und Katz als Bettgenossen sind aus hygienischen Gründen auch bei gesunden Menschen tabu.

3. Der Fiffi wütet in der Wohnung

Die Sofakissen zerfetzt, die Vorhänge heruntergerissen, Kleinmöbel angenagt oder gar zerbissen? Dann ist dem Hund offenbar langweilig, wenn er allein ist, weil ihm die Wohnung zu wenig Abwechslung bietet. Zwar spielt die Wohnungsgröße bei Hunden nicht die entscheidende Rolle, wie der Industrieverband Heimtierbedarf (IVH) in Düsseldorf betont. Doch je kleiner die Wohnung, desto mehr Abwechslung und Zuwendung braucht der Hund. Dass freilich eine Deutsche Dogge nicht in einem Ein-Zimmer-Appartement gehalten werden kann, versteht sich.

Ohnehin muss die Hunderasse zu den Wohnverhältnissen passen, sofern die Wohnverhältnisse nicht der Rasse angepasst werden können. Generell sollten Hunde wegen drohender Rückenschädigungen möglichst wenig Treppen laufen müssen (Welpen am besten gar nicht). Wer also im vierten Stock ohne Aufzug wohnt, fährt mit einer kleinen Hunderasse, die man tragen kann, besser.

4. Die Wohnung riecht nach Katzendreck

Artikelbild: Die zehn häufigsten Fehler beim Wohnen mit Tieren

Ausgewürgte Haarballen, Pfotenabdrücke, alles voller Haare . auch Katzenhalter dürfen nicht allzu pingelig sein - insbesondere, bis das Kätzchen stubenrein ist. Auf eine saubere Toilette legen Katzen zwar größten Wert, stinken aber beim Geschäftemachen trotzdem. Empfindliche Nasen verwenden am besten geruchsbindende Katzenstreu. Ganz wichtig bei der Reinlichkeit: Auch die Katze will ihre Ruhe, wenn sie muss; daher ist die Katzentoilette an einem festen, ruhigen, leicht sauberzuhaltenden und für die Katze jederzeit erreichbaren Platz am besten aufgehoben.

Wie beim Hund gilt auch bei der Katzenhaltung generell: Die Größe der Wohnung ist nicht ausschlaggebend - sofern für einen Schlafplatz, eine Fress-Ecke, einen Kratzbaum und die Katzentoilette Platz ist. Im Idealfall ist der Kratzbaum zusätzlich mit Kletter- und Versteckmöglichkeiten ausgestattet - andernfalls sucht sich die Katze Alternativen. Bevorzugt werden Rattanmöbel, offene Kleiderschränke und Wäschetrockner.

5. Das Kleintier kränkelt - trotz bester Ernährung und Pflege

Dann steht sein Käfig womöglich am falschen Platz. Der Standort eines Käfigs für Kaninchen, Meerschweinchen oder Hamster sollte luftig, aber zugfrei und gleichmäßig temperiert sein. Das Kleintierheim nicht der prallen Sonne, Zigarettenqualm, Küchendunst oder lauten Geräten (Fernseher oder Stereoanlage) aussetzen. Einzelhaltung ist sind für die geselligen Kaninchen eine Qual; daher stets paarweise halten. Gleiches gilt für Meerschweinchen. Der Deutsche Tierschutzbund empfiehlt als Mindestgrundfläche pro Meerschweinchen 60 auf 30 Zentimeter. Für zwei Tiere sollte das Heim mindestens 100 auf 50 groß und wenigstens 30 Zentimeter hoch sein. Kaninchen sind noch bewegungsfreudiger und benötigen daher mindestens 80 auf 50 Zentimeter in der Grundfläche und - weil sie gerne Männchen machen - 50 Zentimeter in der Höhe. Zudem brauchen Kaninchen viel Auslauf zum Hoppeln, Springen, Toben und Buddeln. Wer einen Garten hat und damit die Möglichkeit, ein Freigehege anzulegen, muss darauf achten, dass die Umzäunung tief in den Boden reicht. Sonst graben sich die Tiere darunter durch.

6. Tödliche Fallen

Auch Wohnungskatzen zieht es nach draußen, und ein gekipptes Fenster kann einen Stubentiger leicht das Leben kosten. Beim Versuch, durch die Öffnung ins Freie zu gelangen, können die Tiere abrutschen und sich am gekippten Fenster regelrecht strangulieren. Auch offene Fenster oder Balkontüren werden für unerfahrene Katzen manchmal zur Lebensgefahr. Fliegengitter oder Balkonnetze bieten eine relative Sicherheit. Katzen mögen es warm, weich und gut versteckt: Waschmaschinen, Trockner und Geschirrspüler daher stets verschlossen halten. In die Versuchung, Zimmerpflanzen anzuknabbern, kommen Katzen erst gar nicht, wenn ihnen spezielles Katzengras angeboten wird.

Generell haben Giftpflanzen in Wohnungen, in denen sich ein Tier frei bewegt, nichts verloren. Denn Nagetiere wie Hamster, Zwerghäschen und Meerschweinchen tun auch außerhalb ihres Kleintierkäfigs das, was Nager nun einmal gerne tun: nagen. Schon manchen Hamster hat der Schlag getroffen, weil er sich an einem herumliegenden Stromkabel zu schaffen gemacht hat. Auch das Hamsterheim muss auf Gefahrenquellen geprüft werden. Von Hamsterrädern zum Beispiel wird mittlerweile abgeraten - auch weil sich die emsigen Läufer dort einklemmen und die Pfoten abreißen können.

7. Verlockende Düfte aus der Küche

Von Küchenzeile, Herd und Esstisch aus duftet es verlockend, und für eine Katze ist es kein Problem, dorthin zu gelangen. Das ist nicht nur unhygienisch, sondern kann für die Katze auch gefährlich werden. Sie sieht nicht, wo sie hinspringt, und kann die Gefahren, die dort lauern (spitze Messer, heiße Herdplatten), nicht einschätzen. Ein lautes "Nein!" und ein unsanftes Herunterheben macht der Katze klar: Hier darf ich nicht hoch. Konsequenz von Anfang an ist das A und O. Am besten ist es freilich, das Tier gar nicht erst in Versuchung zu führen und Essbares (auch Reste) wegzuräumen oder abzudecken - am besten mit Alufolie, das mögen Katzenpfoten nicht.

8. Der Sittich liebt Tapeten

Kanarienvögel und Wellensittiche wollen ihren Schnabel beschäftigen und lieben es, an Tapeten und Postern herumzuknabbern. Wer Freifliegern spannende Alternativen anbietet, hat gute Chancen, den Vogel "umzupolen". Horst Bielfeld, Autor mehrerer Vogelratgeber, empfiehlt, frische Zweige von Weiden und anderen Weichhölzern im Raum aufzuhängen (keine Nadelhölzer, deren Harz das Gefieder verkleben kann) oder zusammengeknülltes Papier anzubieten. Hintergrund eines übermäßigen Knabbertriebs kann auch ein Mangel an Mineralien sein. Vögel, die in ihrem Käfig gut mit Grit, Sepiaschulp oder Kalkstein versorgt sind, knabbern auswärts weniger.

9. So ein Hundewetter!

Hunde brauchen täglich Auslauf, auch bei Schnee und Regen. Doch kaum hat man die Wohnung betreten, schüttelt sich der Hund. Gelehrige Tiere lassen sich mit etwas Lob und Geduld das Schütteln auf Kommando beibringen. Einfach jedes Mal, wenn der Hund sich schüttelt, "schön schütteln" sagen und ihn sofort loben. Hat der Hund das Kommando gelernt, lässt man ihn sich vor der Haustür schütteln. Auch aktiv lässt sich der Schüttelreiz auslösen, indem man den Hund mit einem Handtuch gegen den Strich trockenreibt. Denn der Hund will hernach sein Fell ordnen. Bei einigen Hunden reicht auch schon ein zartes Strubbeln am Kopf. Wenn dann noch ein altes Handtuch als Pfotenabtreter bereit liegt, ist das Gassigehen bei Hundewetter halb so wild.

10. Der Umzug mit dem Haustier

Umziehen ist Stress - auch für Haustiere. Am einfachsten ist es für alle Beteiligten, wenn das Tier für ein oder zwei Tage zur Pflege in vertraute Hände gegeben wird. Finden Hund und Katze in der neuen Wohnung die gewohnten Möbel vor, leben sie sich rasch ein. Ganz wichtig ist, dass sie einen gemütlichen Schlafplatz, das vertraute Körbchen, die Kuscheldecke und das alte Spielzeug haben. Falls das Haustier am Umzugstag dabei ist, sind seine Sachen am besten in einem schnell griffbereiten Extrakarton aufgehoben. Noch in der alten Wohnung ein paar Flaschen Wasser abfüllen, rät der Deutsche Tierschutzbund - plötzlicher Wasserwechsel könne Magenbeschwerden verursachen. Auch das gewohnte Futter aus dem gewohnten Napf hilft dem Tier über den Ortswechsel hinweg.

Die Katze findet während des Umzugs in ihrer Transportbox am ehestens ihre Ruhe - und zwar bis zuletzt in der alten Wohnung. Am besten lässt man sie in der neuen Wohnung erst dann auf Erkundungstour gehen, wenn der größte Stress vorbei ist und das meiste seinen Platz gefunden hat. Um ihr neues Revier zu erforschen, brauchen Stubentiger Zeit - mindestens einen Monat. Erst wenn die Katze die Wohnung ausreichend erkundet hat, sollte sie in den Garten dürfen, andernfalls besteht die Gefahr, dass sie sich auf die Suche nach dem alten Zuhause macht. Der Umzug mit Kleintieren wie Kaninchen und Vögeln ist in der Regel unkompliziert. Der Käfig mit reichlich Futter und Wasser ist am besten - luftig abgedeckt - an einem ruhigen Plätzchen aufgehoben.

GUDRUN SOKOL.

15.10.2011 - 08:30 Uhr | geändert: 15.10.2011 - 09:02 Uhr
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