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Politik

Burnout in Bayern

Bayern will einen Burnout-Berater beschäftigen. Die Opposition spottet, er solle mit der Arbeit bei der antriebsarmen Regierung beginnen.

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IRIS HILBERTH

München Wer krank wird, hat Glück. Zumindest wenn er in Bayern lebt. Findet Herr Söder. Der Mann von der CSU ist Gesundheitsminister im Freistaat. Wie sein Ziehvater Edmund Stoiber lobt auch er die Führung der Bayern. In diesem Fall in Sachen Ärzteversorgung, kurzer Wartezeiten und Kosten pro Versicherten. Zumindest haben die Bayern die höchste Lebenserwartung in ganz Deutschland: Neugeborene Jungen können sich auf ein durchschnittlich 77,4 Jahre langes Leben freuen, Mädchen sogar auf 82,5. Schon in seinem Gesundheitsbericht im vergangenen Jahr stellte Gesundheitsminister Markus Söder fest: "In Bayern lebt es sich besser und gesünder als im Rest von Deutschland."

So weit so gut. Ein paar Herausforderungen gibt es jedoch noch immer. Schon vor einem Jahr schlug Söders Staatssekretärin Melanie Huml Alarm: Mehr als die Hälfte der Arbeitnehmer in Bayern arbeite regelmäßig unter Stress, jeder sechste gar oft an der Grenze der Leistungsfähigkeit, und rund zehn Prozent des Krankenstands seien auf psychische Krankheiten zurückzuführen, meldete sie dem Chef. Kein Wunder, wo die Bayern doch spätestens in den Stoiber-Jahren gelernt haben, dass sie stets in der Champions-League zu spielen haben. Von nichts kommt nichts.

Söder sieht einem solchen Ungemach natürlich ungern lange zu. Nicht, dass das Burnout-Syndrom die Bayern noch vom Thron der Gesundheitsmeister stürzt. So hat Söder - ganz Stoiberianer - sogleich einen Aktionsplan erarbeiten lassen, wie dieser Krankheit beizukommen ist: mit einem bayrischen Burnout-Beauftragten, einem Berater für Betriebe und Fachgesellschaften, einem Mittler zwischen Praxis, Forschung und Politik.

Dass die Opposition eine solche Ankündigung nicht ohne Spott hinnehmen würde, überrascht wenig. Der SPD-Vorsitzende Florian Pronold ist überzeugt: Egal, wohin man bei der schwarz-gelben Landesregierung in Bayern blicke, überall würden sie unter Ideenlosigkeit und Antriebshemmungen leiden. Das seien klare Anzeichen für ein massives Burnout-Problem. Pronold schlägt daher vor: "Der Burnout-Beauftragte kann gleich bei der Staatsregierung anfangen."

22.10.2011 - 08:30 Uhr

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