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Rauchern in Europa stehen harte Zeiten bevor: Die EU-Kommission will strengere Regeln im Kampf gegen den blauen Dunst durchsetzen.

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HANNA VAUCHELLE

Brüssel Die EU-Kommission macht ihre Drohung wahr - und schlägt drakonische Maßnahmen im Kampf gegen das Rauchen vor. Geplant sind nicht nur schärfere Vorschriften für Warnhinweise auf Zigarettenschachteln. Brüssel will auch strengere Regeln für Geschmackszusätze durchsetzen. Schon am kommenden Mittwoch will der zuständige Gesundheitskommissar, Tonio Borg, das entsprechende Papier vorlegen.

Der EU-Kommissar aus Malta ist seit Ende November im Amt, bei der Überarbeitung der Tabakproduktrichtlinie macht er nun Druck. "Wir werden vorschlagen, die Zigarettenpackungen mit größeren Gesundheitshinweisen zu versehen und darüber hinaus neue Regeln für Aromen und Zusatzstoffe vorlegen", sagt Borgs Sprecher, Frédéric Vincent. Einem Bericht der "Bild"-Zeitung zufolge soll die Industrie gezwungen werden, schockierende Bilder sowie Warntexte wie "Rauchen tötet" auf die Packungen zu drucken. 75 Prozent der Vorder- und Rückseite sollen davon bedeckt sein. Der Name der Marke dürfe nur noch ein Fünftel der Verpackung einnehmen.

Damit nicht genug: Auch die Zigarette selbst will Borg vereinheitlichen. Extra dünne Glimmstängel könnten bald verschwinden - Brüssel träumt angeblich von der Einheitskippe mit einem Durchmesser von exakt 7,5 Millimetern. Zusatzstoffe wie Taurin, Menthol und Koffein sollen verboten werden. Bis zu 600 Zusätze mischt die Industrie derzeit unter ihre Produkte.

Dass Brüssel den Kampf gegen den blauen Dunst so hartnäckig führt, kommt nicht von ungefähr. Schließlich sterben in der EU jährlich 650 000 Menschen an den Folgen des Nikotinkonsums. Schon seit mehreren Jahren kündigt die EU-Kommission eine Neuauflage der Richtlinie an. Wie heikel das Terrain ist, zeigte der Skandal um Borgs Vorgänger John Dalli. Dieser stolperte im Herbst über das Gesetzesvorhaben. Ein Freund Dallis soll einem Tabakunternehmen angeboten haben, gegen Geld die geplante Richtlinie zu beeinflussen.

Die geplanten Vorschläge müssen noch mit dem Europaparlament und den Mitgliedsstaaten abgestimmt werden. Sie werden wohl frühestens 2014 in Kraft treten.

14.12.2012 - 07:30 Uhr | geändert: 14.12.2012 - 07:56 Uhr

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