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Papst ernennt neuen Chefankläger

Amerikaner soll Missbrauchsfälle verfolgen

Der US-Geistliche Robert Oliver wird Chefermittler der katholischen Kirche für schwere Vergehen wie Missbrauch. Sein Vorgänger wirkt künftig in Malta.

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AFP/KNA/EPD

Rom Papst Benedikt XVI. hat am Samstag einen neuen Chefermittler für Missbrauchsfälle in der katholischen Kirche ernannt. Der US-Geistliche Robert Oliver löst den bisherigen Amtsinhaber Charles Scicluna ab, der als Weihbischof nach La Valetta auf Malta geschickt wird.

Oliver arbeitete bisher für die Diözese in Boston im Osten der USA. Dort wurde im Jahr 2002 ein großer Skandal um pädophile Priester enthüllt, die von der Kirche gedeckt worden waren und auch nach Beschuldigungen weiter in Positionen arbeiten konnten, in denen sie weiter Missbräuche begehen konnten.

Oliver hatte sich als Mitarbeiter von Kardinal Sean Patrick O"Malley bei der Aufarbeitung hervorgetan. Er gilt als Verfechter der Null-Toleranz-Linie. Dem früheren Bostoner Kardinal Bernard Law war vorgeworfen worden, nicht energisch genug gegen Geistliche vorgegangen zu seien, die Minderjährige missbraucht hatten. Law wurde 2004 nach Rom versetzt. Die Erzdiözese Boston stand wegen Entschädigungszahlungen an Missbrauchsopfern zeitweilig vor dem Bankrott.

Als Chefankläger wird Oliver generell schwere Vergehen, die "delicta graviora", verfolgen. Zu ihnen zählen neben sexuellem Missbrauch auch Verstöße gegen das Beichtgeheimnis.

Die Abberufung Olivers Vorgänger Scicluna aus dem Amt, das der Glaubenskonkregation angegliedert ist, wurde im Vatikan zum Teil mit Überraschung aufgenommen. Der 53-jährige Italiener genoss den Ruf, bei der Aufdeckung von Missbrauchsfällen mit Entschlossenheit vorzugehen. Mit seiner Berufung in den Bischofsrang war unterdessen seit längerem gerechnet worden. In Malta könnte Scicluna demnächst die Leitung der Hauptstadtdiözese übernehmen.

Auf dem Höhepunkt der Missbrauchsskandale Anfang 2010 hatte Scicluna durch Darlegung der bereits geltenden strengen kirchlichen Rechtsnormen für Klärungen gesorgt. Allerdings wurden diese Klarstellungen erst sechs Wochen nach Bekanntwerden des Skandals vom Vatikan präsentiert.

Zuletzt hatte Scicluna die Aufforderungen des Vatikans an alle Bischofskonferenzen weltweit verantwortet, Missbrauchsrichtlinien zu entwickeln und Rom zur Billigung vorzulegen. Seine Ernennung zum Weihbischof in Malta erfolgte vor wenigen Wochen.

24.12.2012 - 08:30 Uhr

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