11.08.2012 Drucken Empfehlen
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TV-Stars und ihre Marotten

Warum Prominente ihre Markenzeichen ganz bewusst kultivieren

Sei es der schrille Fummel, die auffallende Frisur oder eine eigenwillige Floskel, die regelmäßig verwendet wird: Fernsehstars haben gerne Marotten - unverwechselbare Markenzeichen, die sie gerne kultivieren.

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CORNELIA WYSTRICHOWSKI

Berlin Ein stolzer Zwirbelbart ziert das Gesicht von Fernsehkoch Horst Lichter, eine altmodische Haartolle schmückt das Haupt von Entertainer Götz Alsmann, und Polittalkerin Maybrit Illner verabschiedet sich im ZDF stets mit demselben Spruch von ihren Zuschauern: "Bleiben Sie heiter, irgendwie." Ob Bart, Frisur oder Floskel: Viele TV-Stars setzen auf derlei Markenzeichen, um im unübersichtlichen Fernseh- und Showbusiness für einen hohen Wiedererkennungswert zu sorgen.

Artikelbild: Warum Prominente ihre Markenzeichen ganz bewusst kultivieren Markenzeichen Haartolle: Götz Alsmann trägt stets die gleiche Frisur.

So mancher Promi pflegt seine kleinen Mätzchen und Marotten intensiv. Weltstar Maximilian Schell (81) etwa sieht man nie ohne Schal - er trage die edlen Stoffe selbst bei sengender Sonne, enthüllte der Schauspieler einmal. Das Markenzeichen von TV-Komikerin Hella von Sinnen sind schrille Paradiesvogel-Klamotten, für die auch TV-Kollegen wie Thomas Gottschalk oder Wigald Boning eine Schwäche haben.

Artikelbild: Warum Prominente ihre Markenzeichen ganz bewusst kultivieren Fernsehkoch Horst Lichter pflegt seinen auffallenden Schnauzbart.

Spaßmacher Jürgen von der Lippe hüllt sich in unvorteilhafte, aber einzigartige Hawaiihemden, Moderator Cherno Jobatey steht auf Turnschuhe, und das Motto von Matthias Opdenhövel könnte "Nicht ohne meine Brille!" lauten. Der vielbeschäftigte Moderator der "Sportschau" und anderer Sendungen würde nach eigenem Bekunden eher einen TV-Job ablehnen als auf seine Brille zu verzichten - Kontaktlinsen lässt sich der 41-Jährige nicht aufs Auge drücken.

"Branding" nennt man das geschickte Vermarkten einer Person im Fachjargon - jemand bekommt ein Etikett verpasst, das ihn von anderen unterscheidet. Zur gekonnten Selbstdarstellung gehört auch das Hervorheben einer besonderen Mimik, Gestik oder Stimmlage - wer erinnert sich nicht an die schrille Stimme und den tränenumflorten Blick von Margarethe Schreinemakers in ihrer legendären Sat-1-Talkshow?

Auch Floskeln können ein Markenzeichen sein: "Alles wird gut", hauchte Nina Ruge dem Publikum ihres ZDF-Magazins "Leute heute" einst regelmäßig zu, und Maybrit Illner wünschte den Zuschauern am Ende ihrer Polittalkshow früher mit hintersinnigem Grinsen gerne "Viel Freude beim Vermehren der gewonnenen Einsichten", bevor sie auf das merkwürdige Abschiedssprüchlein "Bleiben Sie heiter, irgendwie" umstieg, das heute ihre Sendung beschließt.

Viele dieser Besonderheiten bleiben auch dann noch in Erinnerung, wenn die Protagonisten schon längst von der Bildfläche verschwunden sind. Unvergessen etwa die Fliegen des Uwe Wesp, der bis vor ein paar Jahren im ZDF das Wetter ansagte - der Meteorologe trug bei seinen Auftritten nie Krawatte, sondern einen seiner mehr als 150 Querbinder. Nach Werner Schulze-Erdel ("Familienduell") kräht heute kein Hahn mehr, doch seine jedem Modegesetz spottenden weißen Socken sind unvergessen - ebenso wie der Satz "Guten Abend. Mein Name ist Barbara Eligmann", mit dem Moderatorin Eligmann einst regelmäßig das RTL-Boulevardmagazin "Explosiv" einleitete.

Experten sind sich einig: Ein Markenzeichen trägt dazu bei, das Profil zu schärfen. Das ist gerade in der Fernsehbranche, in der Beachtung naturgemäß als hohes Gut gehandelt wird, von unschätzbarem Wert. "Wenn du dich nicht selbst zur Marke machst, werden es andere tun", postuliert die US-Marketingexpertin Robin Fisher Roffer. Es gehe darum, sich genau so zu präsentieren, wie andere einen wahrnehmen sollen - auch wenn die Stars meist nicht gerne zugeben, dass sie solche Eigenarten - seien es nun charmante oder alberne - ganz bewusst inszenieren.

11.08.2012 - 08:30 Uhr

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