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"Costa" liegt in Schutzgebiet für Wale

Tierschützer fürchten eine Umweltkatastrophe

Etwa 2400 Tonnen Schweröl sollen in den Tanks lagern. Jochen Lamp von der Umweltschutzorganisation WWF in Stralsund sorgt sich um die Wale.

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SWP
Artikelbild: Tierschützer fürchten eine Umweltkatastrophe Jochen Lamp ist Leiter des WWF-Ostsee-Büros in Stralsund.

Stralsund Von der "Costa Concordia" gehen große Gefahren für die Umwelt aus. Denn nach Informationen des World Wide Fund For Nature (WWF) sind etwa 2400 Tonnen Schweröl in den Tanks. Das sei ein sehr giftiger Schiffstreibstoff. "Den dürfen Sie an Land nicht verbrennen, weil er so giftig ist", sagt Jochen Lamp, Leiter des WWF-Ostseebüros in Stralsund. Er werde aber immer noch sowohl bei Kreuzfahrern als auch bei anderen Schiffen verwendet, weil er so billig sei.

Lamp sorgt sich um die Tierwelt: "Dieses Kreuzfahrtschiff liegt in einem Gebiet, in dem viele Wale ihre Nahrung finden. Auch für die Küsten wäre die Verbreitung des Öls eine Katastrophe." Im Moment müsse man darüber reden, es abzupumpen, damit ein Eintreten des Öls ins Wasser verhindert werde.

Lamp erklärt, dass momentan natürlich die menschliche Tragödie im Mittelpunkt stehe. Dennoch müsse man auf die Umwelt schauen. Die Unglücksstelle liege mitten im Pelagos-Meeresschutzgebiet, das wichtigste Walschutzgebiet im Mittelmeer. Dort seien acht Walarten zu Hause, von Delfinen über Pottwale bis Finnwale. Diese hätten dort nicht nur ihre Haupt-Nahrungsgebiete. Auch die "Kinderstube" für Wale sei in diesem Bereich. Ein Gebiet, das zwischen Frankreich, Korsika und der italienischen Küste liegt.

Welche Folgen drohen der Umwelt noch? Jochen Lamp: "Das wirkt sich natürlich auf die ganze Nahrungskette aus. Das Öl verbreitet sich an den Küsten und verteilt sich im Wasser. Es wird von Kleinstlebewesen aufgenommen und verbreitet sich dann über die ganze Nahrungskette von Plankton über Fische bis hin zu Meeressäugern. Wir wissen im Moment noch nicht, wie es mit Seegraswiesen im Umfeld aussieht, da müssen wir noch die Karten genauer studieren. Wir hoffen aber, dass da etwas gemacht werden kann, bevor das Schiff in die Tiefe rutscht." dpa

18.01.2012 - 08:30 Uhr

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