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Wieder totes Delfinbaby

Nürnberger Zoo wegen Meeressäugerhaltung in der Kritik

Einige kamen tot zur Welt, andere verendeten nach wenigen Tagen - jetzt hat der Nürnberger Tiergarten erneut die Totgeburt eines Delfins zu beklagen. Tierschützer kritisieren die Haltung der Meeressäuger.

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SWP
Artikelbild: Nürnberger Zoo wegen Meeressäugerhaltung in der Kritik Im Juli 2011 eröffnet: Delfin-Lagune im Nürnberger Tiergarten. Foto: dpa

Nürnberg Die erneute Totgeburt eines Delfins hat die Kritik an der umstrittenen Haltung im Nürnberger Tiergarten neu entfacht. Nach Angaben der Tiergartenleitung hatte das Delfinweibchen Anke während seiner vorübergehenden Unterbringung im niederländischen Delfinarium Harderwjik bereits Mitte Oktober ein totes Jungtier zur Welt gebracht. Die Ursache der Totgeburt sei unklar, heißt es in einer Mitteilung im Internet.

Warum die Tiergartenleitung auf die Veröffentlichung einer sonst üblichen Pressemitteilung verzichtet hat, war gestern unklar. Zunächst war auch keine Stellungnahme des Zoos zu erhalten. Delfinschützer warfen dem Tiergarten vor, die Todesnachricht bewusst verschwiegen zu haben.

Tierschützer sprachen von einem "herben Rückschlag" für den Zoo. Dieser hatte erst im vergangenen Sommer ein millionenteures Delfinarium eröffnet. Seit 2004 seien bereits zehn junge Delfine entweder tot zur Welt gekommen oder innerhalb von zehn Tagen verendet. Die Tiergartenleitung hofft seit Jahren auf eine erfolgreiche Delfin-Nachzucht, da sie andernfalls in ein paar Jahren ihr Delfinarium mangels Tieren schließen müsste. Die Haltung von so genannten Wildfängen lehnt der Zoo ab.

Das Delfinweibchen Anke war im Oktober 2008 zusammen mit zwei anderen Weibchen in das Delfinarium Harderwjik gebracht worden. Der Tiergarten spricht von einer "Hochzeitsreise in die Niederlande".

Tierschützer des Wal- und Delfinschutzforums (WDSF) sagen, die Großen Tümmler seien zum Schutz vor dem Baulärm nach Holland gebracht worden. Das neue Delfinarium entstand direkt neben der alten Anlage.

Nürnberg ist neben Duisburg die einzige Stadt in Deutschland, die noch ein Delfinarium betreibt. Die Tiergartenleitung sieht in der im Sommer eröffneten Lagune deutlich verbesserte Haltungsbedingungen. "Die Lagune ist nach Auffassung externer Experten der einzige richtige Weg, um für unsere Delfine ein optimiertes Management zu erreichen", betont Zoo-Chef Dag Encke. Das Wal- und Delfinschutz-Forum hält dagegen auch das neue Delfinarium für unzureichend.Die Initiative kündigte weitere Proteste vor dem Tiergarten an. dpa

05.11.2011 - 08:30 Uhr | geändert: 05.11.2011 - 08:40 Uhr

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