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Sex und viel Gefühl

Neuverfilmung von Simmel-Roman "Liebe ist nur ein Wort"

Viele erinnern sich an die nackte Judy Winter in "Liebe ist nur ein Wort" von 1971. Heute kommt die Neuverfilmung des Simmel-Romans im ZDF. Mit - wer hätts gedacht - viel Gefühl und einer guten Portion Sex.

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MARTIN WEBER
Artikelbild: Neuverfilmung von Simmel-Roman "Liebe ist nur ein Wort" Da geht was: Oliver (Vinzenz Kiefer) und Verena (Nadeshda Brennicke). Foto: ZDF

Mainz Verheiratete Frau liebt wesentlich jüngeren Mann: In seinem Roman "Liebe ist nur ein Wort" erzählte der im vergangenen Jahr gestorbene Schriftsteller Johannes Mario Simmel 1963 die Geschichte einer tragisch endenden Affäre. Ein paar Jahre später verfilmte Alfred Vohrer den Stoff mit Judy Winter in der Hauptrolle. Jetzt kommt eine Neuverfilmung des Klassikers ins Fernsehen: "Liebe ist nur ein Wort" läuft heute im ZDF.

Es ist nach "Und Jimmy ging zum Regenbogen" und "Gott schützt die Liebenden" die dritte Simmel-Verfilmung von Produzent Oliver Berben und Regisseur Carlo Rola und setzt wie der Roman voll auf große Gefühle, dramatische Verwicklungen - und eine gute Portion Sex.

Nadeshda Brennicke spielt die mondäne Bankiersgattin Verena Lord, die eine Affäre mit dem wesentlich jüngeren Oliver Mansfeld (Vinzenz Kiefer) beginnt, der ziellos durch die Welt treibt und mal hier, mal da ein Studium beginnt. Der junge Mann ist der Sohn des korrupten und gefühlskalten Großindustriellen Walter Mansfeld und wirkt auf den ersten Blick wie ein überheblicher Tunichtgut und früh verdorbener Frauenheld. Doch hinter Olivers arroganter Fassade verbirgt sich ein vom frühen Tod der Mutter und der Verachtung des Vaters verletztes Gemüt, das in Luxusweib Verena eine verwandte Seele entdeckt, denn auch ihre Gefühle sind an der Seite ihres reichen Gatten Manfred Lord im Lauf der Jahre verkümmert.

Der schwerreiche Bankier, kraftvoll gespielt von dem als Münchner "Tatort"-Kommissar Ivo Batic bekannt gewordenen Miroslav Nemec, betrachtet die schöne Verena wie Luxusvilla oder Yacht als seinen persönlichen Besitz, den er sich verdient hat. Die Fronten sind von Anfang an klar: Hier die beiden zynischen Geldsäcke Manfred Lord und Walter Mansfeld, den Jürgen Schornagel als fast schon dämonischen bösen alten Mann verkörpert, dort die zwei Liebenden, die sich so etwas wie ein reines Herz bewahrt haben und wie Prinz und Prinzessin aus dem Märchen im romantischen alten Turm zueinander kommen.

Mit vielen Großaufnahmen rückt Carlo Rola der Gefühlslage seiner Figuren immer wieder zu Leibe und trifft so den Geist des Simmelschen Romans. Er habe in der Geschichte vor allem den Charme eines französischen Liebesfilms entdeckt, erklärt der Regisseur: "Ein Sommerfilm, der Sehnsüchten und Obsessionen nachspürt, der Gefühle rauschhaft erzählt."

Das TV-Drama überzeugt in der Tat mit süffigen Bildern, die aber permanent von geschraubten Dialogen und einer alles in allem doch recht seichten Handlung entwertet werden. Als sich Manfred Lord, der seinen jungen Rivalen zunächst nicht ernst nimmt, so langsam Sorgen über die außereheliche Affäre seiner Frau macht, eskaliert die Situation. Nadeshda Brennicke, die für die Rolle der älteren Liebhaberin vielleicht einen Tick zu jung wirkt, musste sich für dieses Projekt vor der Kamera ausziehen. "Zu einem Film, in dem es um erotische Anziehungskraft zwischen Menschen geht, gehören natürlich auch Liebes- und Sexszenen", sagt die 36-jährige Schauspielerin.

Sendetermin: Heute, 20.15 Uhr, ZDF.

17.03.2010 - 08:30 Uhr
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