18.03.2010 Drucken Empfehlen
[X]
 per eMail empfehlen


   

Hartes Jahr für Birkenpollen-Allergiker

Mit dem Frühling beginnt die Zeit des Leidens

Der eine lächelt selig, die andere schnieft fortwährend: Mit dem Frühling fliegen die Pollen, und das heftig. Ein Jahr hoher Baumpollen-Konzentrationen sagen Experten voraus. Mit den Frühblühern gehts los.

Anzeige


IRIS HUMPENÖDER
Artikelbild: Mit dem Frühling beginnt die Zeit des Leidens

Berlin Dieser Winter dauerte. Die Kälte verzögerte die Baumblüte und damit den Start in die Pollensaison. Die fängt in Jahren mit milden Wintern sonst schon mal im Januar an, wenn Hasel und Erle blühen. 2010 ist das anders. Mitte Februar verzeichneten die Mess-Stationen erst vereinzelt Pollen in der Luft - freilich kein Grund für Allergiker, aufzuatmen.

Artikelbild: Mit dem Frühling beginnt die Zeit des Leidens Birkenpollen gehören zu den Hauptauslösern von Heuschnupfen. Foto: iStockfoto

"Der Pollenflug kommt spät, aber mit Macht", warnt Prof. Hans Merk, Präsident des Ärzteverbandes Deutscher Allergologen. Zum verspäteten Flug von Hasel- und Erlenpollen komme in diesem Jahr eine besonders starke Belastung mit Birkenpollen.

Birken, erklärt Merk, setzten alle zwei Jahre besonders viele Pollen frei: "2010 ist ein Mastjahr für die Birken. Vermutlich kommt es bei Patienten mit einer Birkenpollen-Allergie in diesem Jahr zu besonders heftigen Allergie-Symptomen."

Das bestätigt auch Dr. Horst Müsken, Allergologe aus Bad Lippspringe und Vorstandsmitglied der Stiftung Deutscher Polleninformationsdienst. "Interessanterweise zeigt sich über viele Jahre ein Rhythmus, wonach jedes Jahr mit einer geraden Zahl mit einem erheblichen Baumpollenflug verbunden ist." Vermutlich müsse sich ein Baum nach einem Jahr starker Pollenproduktion fürs darauf folgende Jahr "erholen", meint Müsken und ergänzt: "Die früh blühenden Bäume gewinnen zunehmend an allergologischer Bedeutung. So scheint die Birke mit der Bedeutung der Gräserpollen fast gleichgezogen zu sein."

Birkenpollen, die hauptsächlich von Mitte März bis Ende April fliegen, gehören zu den Hauptauslösern von Heuschnupfen und allergischem Asthma. In einer Untersuchung des Globalen Europäischen Netzwerks für Allergien und Asthma liegt in Berlin bei 31,5 Prozent der Patienten eines Allergiezentrums eine Sensibilisierung gegen Birkenpollen vor.

Ohnehin breiten sich Allergien hierzulande stark aus. Laut Robert-Koch-Institut tragen bereits mehr als 40 Prozent der Kinder und Jugendlichen Antikörper in sich. Sie haben zwar noch keine Allergie, aber ihr Immunsystem ist bereits sensibilisiert.

Dabei sind die Gene ein Grund der Allergiezunahme: "Eltern, die selbst unter Allergien leiden, geben auch ein höheres Allergierisiko an ihre Kinder weiter", erklärt Dr. Andrea Hoppe, Ärztin der Techniker-Krankenkasse.

In Jahren mit besonders starkem Pollenflug haben viele Menschen erstmals Beschwerden. 2010 könnte so ein Jahr werden. Wer jetzt im Frühling Atembeschwerden, wer Niesen, Schnupfen und Husten hat, muss nicht erkältet sein. Dahinter könnte eine Pollenallergie stecken. Bei Baumpollen-Allergikern besteht zudem die Gefahr einer so genannten "pollenassoziierten Nahrungsmittelallergie", die sich in Missempfindungen im Bereich des Mundes und des Halses äußert, wie Horst Müsken erklärt.

Auf die Pollen der frühblühenden Bäume folgen dann die Gräser und Roggenpollen von Mai bis in den August hinein. Im Spätsommer können Beifuß und Ambrosia (Beifußblättriges Traubenkraut) Allergikern Probleme machen.

Sowohl Müsken als auch Merk raten Betroffenen, sich frühzeitig an einen auf die Behandlung von Allergien spezialisierten Arzt zu wenden. Merk: "Normale Erkältungsmedikamente gegen den Winterschnupfen helfen bei einer Pollenallergie nicht." Bei rechtzeitiger und regelmäßiger Anwendung helfen aber antiallergische Medikamente. Zudem besteht oftmals die Möglichkeit einer spezifischen Immuntherapie, der so genannten Hyposensibilisierung. Diese Behandlung soll das Immunsystem tolerant machen gegenüber dem Allergieauslöser.

Unbehandelt sollte eine Pollenallergie jedenfalls nicht bleiben, warnen die Fachärzte. Die allergische Entzündung könne sich auf die Bronchien ausdehnen und zu Asthma führen. "Etagenwechsel" nennen Mediziner diese gefährliche Entwicklung.

Info

Weitere Informationen über Pollenallergien und Pollenflugvorhersagen gibt es im Internet unter http://www.ecarf.org, http://www.pollenstiftung.de

http://www.donner

wetter.de/pollen; Ein besonderer Service ist der Newsletter mit dem aktuellen Pollenflug vom Deutschen Wetterdienst: http://www.dwd.de

18.03.2010 - 08:30 Uhr
Anzeige


Nachrichten aus ...
Reutlingen Wannweil Pliezhausen Walddorfh�slach Ammerbuch T�bingen Dettenhausen Kirchentellinsfurt Kusterdingen Gomaringen Dusslingen Ofterdingen Mössingen Nehren Bodelshausen Hirrlingen Neustetten Rottenburg Starzach Horb
Anzeige


Anzeige


Ihr Kontakt zur Redaktion

Single des Tages
Anzeige
Testbericht.de - vergleichen Sie über 100.000 Produkte mit Tests und Preisangeboten.