Kartenlegerin: 75 Prozent der Stammkunden sind Frauen
Egal ob Liebeskummer, Konflikte mit dem Vater oder ständige Zahnschmerzen: Sylvie Kollin liest die Probleme ihrer Kunden aus den Karten. Die 63-Jährige bietet ihre Dienste bei Betriebsfeiern, in Einkaufszentren oder Ferienclubs an.
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SWP
Bleigießen ist ein beliebter Silvesterspaß. Haben Sie als Wahrsagerin Ende des Jahres Hochkonjunktur?
Sylvie Kollin: Wahrsagerin bin ich nicht, auch keine Hellseherin, sondern Kartenlegerin. Ende des Jahres sind immer viele Weihnachtsfeiern und Events, für die ich gebucht werde. Aber meine Stammkunden kommen irgendwann im Jahr, unabhängig von Silvester.
Wer lässt sich von Ihnen die Karten legen?
Kollin: 75 Prozent der Stammkunden sind Frauen. Im Alter zwischen 35 und 45 geht es meist um Trennungen und Scheidungen oder um Mobbing. Zwischen 50 und 60 Jahren ist die Frage: Kommt da noch einer? Die über 80-Jährige wünschen sich Ratschläge zum Vererben: Soll ich noch alles ausgeben, und wenn nicht, was wird die Schwiegertochter mit meinem Geld machen?
Unter Ihren Karten ist auch eine mit einem Sarg, der Tod. Werden die Menschen mit negativen Prognosen nicht aus der Spur gebracht?
Kollin: Das sehe ich überhaupt nicht so! Die Labilen kommen gar nicht zu mir, weil sie viel zu viel Angst vor dem haben, was dabei herauskommt. Meine Kunden sind starke, selbstbewusste Menschen. Die Todeskarte bedeutet übrigens nicht, dass einer stirbt, sondern Abschluss und Neubeginn.
Können Sie in den Karten lesen, wie das Jahr 2013 wird? Kollin: Allgemeine Prognosen gebe ich nicht ab. Damit bin ich letztes Jahr hereingefallen. Ich hatte mich getäuscht, als ich sagte, Wulff tritt nicht zurück. Dafür habe ich schon Jahre vorher gesehen, dass Gerd Schröder einmal Kanzler wird. dpa.
31.12.2012 - 08:30 Uhr
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