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Manche müssen warten

Geschenke und Essen in den Weihnachtsbräuchen rund um den Globus

Weihnachten ist neben Ostern eines der wichtigsten Feste der Christenheit. Tradition und Brauchtum werden vor allem in Europa gepflegt, aber auch in exotischen Breiten. Eine Übersicht.

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DPA

Polen: Italien: Der Weihnachtsmann stellt den Kindern seit wenigen Jahren in der Nacht zum 25. Dezember Geschenke ans Bett. Zuvor war Weihnachten ein Fest, zu dem die Familie zusammenkam - die Bescherung gehörte nicht dazu. Kinder wurden im Januar von der Befana, einer Hexe, beschenkt. Sie fliegt auch heute noch in der Nacht zum 6. Januar von Haus zu Haus und steckt Geschenke in einen Strumpf.

Artikelbild: Geschenke und Essen in den Weihnachtsbräuchen rund um den Globus Es muss nicht immer im Schlitten sein: der Nikolaus in Indien. Foto: dpa

Spanien: In Spanien gibt es am 6. Januar Geschenke. Dann ziehen die Heiligen Drei Könige mit ihren Gaben in prachtvollen Umzügen durch die Dörfer. Der Brauch "Reyes" (Könige) geht darauf zurück, dass das Jesuskind zwar am 24. Dezember geboren wurde, die Drei Könige aber erst im Januar eintrafen, um ihm zu huldigen.

Griechenland: Viele Griechen stellen statt eines Weihnachtsbaums ein mit Lichterketten geschmücktes Schiffchen in Gärten oder an Fenstern auf. Geschenke gibt es zu Weihnachten meist nicht. Stattdessen finden die Kinder ihre Geschenke in der Nacht vom 31. Dezember auf den 1. Januar unterm Bett. Sie werden von Santa Basil gebracht.

Russland: Väterchen Frost bringt Kindern an Silvester Geschenke. Die Familien versammeln sich um einen Tannenbaum und essen gemeinsam. Das russisch-orthodoxe Weihnachtsfest wird nach dem julianischen Kalender 13 Tage später als in Deutschland gefeiert.

Zur "Wigilia", der Festtafel an Heiligabend, werden nur fleischlose Gerichte aufgetischt. Offiziell ist der 24. Dezember ein Fastentag, wenn auch nach den traditionell zwölf Gerichten der Festtafel garantiert niemand hungrig aufsteht. Viele polnische Familien legen ein zusätzliches Gedeck auf für den Fall, dass ein unerwarteter Gast kommt. Nach polnischer Legende können Tiere in der Weihnachtsnacht in menschlicher Sprache sprechen.

Tschechien: Eine böhmische Tradition ist es, nach dem Weihnachtsessen einen Apfel quer aufzuschneiden, um die Zukunft vorherzusagen. Präsentiert der Apfel sein Kerngehäuse als Stern, so bedeutet das Glück und Gesundheit. Ein Kreuz sagt Unheil voraus.

Slowakei: Traditionell ist die slowakische Küche bescheiden, auch zu Weihnachten gibt es ein eher einfaches Essen. Die an Heiligabend in den Familien servierte Krautsuppe "Kapustnica" hat es inzwischen aber zur Delikatesse für höhere Kreise geschafft.

Bulgarien: An Heiligabend gibt es zum Abschluss der Fastenzeit eine ungerade Zahl traditioneller fleischloser Gerichte. Besonders beliebt sind rote Paprika mit Reisfüllung sowie Weinblätter- und Sauerkohlrouladen. Der Tisch wird danach nicht abgeräumt, damit die Verstorbenen in der Nacht etwas essen können.

Rumänien: Typisch ist das Schweineschlachten im Advent. Es ist umgangssprachlich geworden: Man "schlachtet das Schwein" bedeutet so viel wie man "denkt an Weihnachten". Kinder ziehen von Haus zu Haus und singen Weihnachtslieder, dafür erhalten sie Geld oder Süßes.

Mexiko: Die Weihnachtsbräuche haben ihren Ursprung in der spanischen Kolonialzeit. Turbulente Umzüge (posadas), die die Herbergssuche nachstellen, prägen das Bild auf den Straßen des Landes mit 80 Prozent Christen.

USA: Das weihnachtliche Brauchtum in den USA ist ein Mix von Traditionen der Einwandererländer - gewürzt mit einem ordentlichen Schuss Kommerz. In der Nacht zum 25. Dezember schwebt Santa Claus mit seinem Schlitten durch die Lüfte und kommt durch den Kamin ins Haus. Dort füllt er die von den Briten eingeführten "Christmas Stockings" mit Weihnachtsgaben.

Südafrika: Am Kap strömen am zweiten Weihnachtstag alle mit Kind und Kegel zu den Stränden. Hier wird gepicknickt und gegrillt. In den Armenvierteln gilt das Schlachten eines Schafes für das Festessen als Luxus, bei vielen reicht es nur zum Huhn.

Namibia: Bei den Hereros wird das Fell geschlachteter Ochsen oder Ziegen mit der haarigen Seite nach unten vor einem "Heiligen Feuer" ausgebreitet. Die Männer trampeln darauf herum - das soll Glück bringen.

Liberia: Mit Glocken dekorierte Ölpalmen dienen als Weihnachtsbäume. In manchen Gemeinden wird zu Weihnachten ein Feuerwerk entzündet.

Indien: Die meisten der zwei Prozent (meist katholischer) Christen Indiens leben im Süden des Landes. In Goa besteht das Weihnachtsessen meistens aus einem Fischcurry mit Reis und Kuchen zum Nachtisch. "Stille Nacht, heilige Nacht" wird in vielen indischen Sprachen gesungen. Dass Weihnachten naht, zeigen Christen im Bundesstaat Kerala mit riesengroßen Papiersternen über ihren Hauseingängen.

Philippinen: In dem Inselreich mit 90 Prozent Christen dauert die Weihnachtszeit besonders lang: Vom 16. bis zum 24. Dezember halten die Kirchen Frühmessen. Der Brauch sagt: Wer jeden Tag hingeht, hat einen Wunsch frei, der dann auch in Erfüllung geht.

24.12.2012 - 08:30 Uhr

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