In der überschaubaren Volksmusikszene spielt ARD-Moderator Florian Silbereisen (28) den unerschrockenen Klassenclown - und das mit großem Erfolg. Seit 15 Jahren steigen die "Feste der Volksmusik".
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MARTIN WEBER
Berlin Frühlingserwachen in der Erdgas-Arena in Riesa: Wenn am kommenden Samstag in der sächsischen Kreisstadt zweieinhalb Stunden lang das "Frühlingsfest der Volksmusik" mit Pauken und Trompeten über die Bühne tobt, steht ein Mann wieder unerschrocken im Auge des Sturms: Florian Silbereisen. Seit 2004 präsentiert der 28-jährige Bayer die "Feste der Volksmusik", die seit 15 Jahren als quotenstarke Samstagabendshow im Ersten laufen.
Am Jubiläumsabend, den das Erste live überträgt, darf der blonde Moderator mit der Vorliebe für knallbunte Anzüge ansagen, was in der Volksmusik Rang und Namen hat, darunter auch Hansi Hinterseer, Stefanie Hertel und die Kastelruther Spatzen.
Verkörpert Andy Borg vom ARD-
"Musikantenstadl" in der personell überschaubaren Volksmusikszene den allseits beliebten Gute-Laune-Bär und Carmen Nebel vom ZDF ("Willkommen bei Carmen Nebel") die aufgeräumte Schlagertante, dann ist Florian Silbereisen der zu jedem Scherz aufgelegte Klassenclown: Der Mann aus Tiefenbach bei Passau singt und musiziert nicht nur, er schlüpft auch in Verkleidungen, spielt spaßige Rollen und gibt zur Gaudi seiner in Würde ergrauten Fans immer wieder den todesmutigen Stuntman, der Steinplatten zerschlägt, barfuß über glühende Kohlen läuft oder mit dem Motorrad durch einen brennenden Reifen springt.
Das ist nicht immer ganz ungefährlich: Bei den Proben für einen Sprung mit dem Motorrad über eine Rampe stürzte Silbereisen vor zwei Jahren und zog sich einen Bruch am Schienbein zu. Die anschließende Sendung moderierte er trotzdem - an zwei Krücken humpelte er grinsend in den Saal. Der Silbersee, wie das Volksmusik-Publikum in der Branche wegen der vielen weißhaarigen Häupter genannt wird, wogte vor Begeisterung.
"Ich bin so, wie ich bin", sagt Silbereisen mit einem Selbstbewusstsein, das sich trotz seines jungen Alters aus langjähriger Erfahrung mit dem Showbusiness speist. "Als Showmaster habe ich natürlich die großen Kollegen als Vorbild wie Peter Alexander und Rudi Carrell", sagt Silbereisen, der sich in Interviews ansonsten bescheiden gibt, als wertkonservativ bezeichnet und jeden Eindruck zu vermeiden sucht, er sei nicht auf dem Teppich geblieben - das ist gerade in der Schunkelszene enorm wichtig.
Florian Silbereisen war drei Jahre lang mit Michaela Strobl, der Schwägerin von Andy Borg, liiert. 2006 trennte sich das Paar. Im August 2008 machte Florian Silbereisen seine Beziehung zu Schlagersängerin Helene Fischer öffentlich. In seinem Heimatdorf Tiefenbach hat er mit der 25-Jährigen ein Haus gebaut.
Nach eigenem Bekunden hört Silbereisen auch privat am liebsten Volksmusik. Ab und zu steht aber sogar ihm der Sinn nach etwas anderem: Dann legt der junge Mann mit den halblangen Haaren eine CD mit Jazz oder Bon Jovi ein.
Das Frühlingsfest der Volksmusik am kommenden Samstag, von 20.15 Uhr an, live in der ARD.