02.01.2013 Drucken Empfehlen
 per eMail empfehlen


   

Zum Scheitern verurteilt?

Ein neues Jahr und gute Vorsätze

Am Ende eines jeden Jahres stehen die guten Vorsätze für das neue. Obwohl im Grunde jeder weiß, dass er sie doch nicht einhalten wird. Was also soll das Spielchen? Psychologen geben überraschende Antworten.

Anzeige


CHRISTOPH DRIESSEN, DPA

Bochum Ein Jahr geht zu Ende, und schon sind sie wieder da, die guten Vorsätze: gesünder essen, weniger trinken, mehr joggen, nicht mehr rauchen. Hatten wir das nicht schon mal? Im Zweifelsfall ja. Denn nahezu ebenso sicher wie der gute Vorsatz zum Jahreswechsel ist sein Scheitern. Eine englische Studie mit 3000 Teilnehmern hat ergeben, dass 88 Prozent ihre guten Vorsätze nicht einhalten.

Artikelbild: Ein neues Jahr und gute Vorsätze

Doch am nächsten Silvesterabend sind die schlechten Erfahrungen mit den guten Vorsätzen wieder vergessen. Seit Jahrtausenden geht das offenbar schon so, denn die wackeren Versuche zur Selbstverbesserung lassen sich bis in die Antike zurückverfolgen. Im neuen Jahr sollte schon immer alles anders werden. Und vor allem: besser.

Artikelbild: Ein neues Jahr und gute Vorsätze Mehr Zeit für die Familie, sich bewegen, gesund essen, sparsam sein: 2013 soll mal wieder alles besser werden . . . Fotos: dpa, Fotolia.de/Maridav

Warum ist das so? Zum einen hat es mit dem Wunsch zu tun, das eigene Leben zu kontrollieren, sagt der Bochumer Professor Jürgen Margraf, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Psychologie. "Wenn wir das Gefühl haben, wir hätten Kontrolle, dann gehts uns gut, und dann können wir auch sehr viel Stress wegstecken. Wichtig ist, dass es nur um das Gefühl geht! Ob man sein Leben tatsächlich unter Kontrolle hat, spielt keine Rolle - man muss es nur glauben, und schon gehts einem besser." Der Vorsatz, im neuen Jahr mit dem Rauchen aufzuhören, gibt einem auf jeden Fall das Gefühl, dass man aufhören könnte. Man müsste es nur wollen.

Zweiter Punkt: Der Mensch ist ein geborener Optimist. "Wir sind sogar unrealistisch optimistisch", sagt Margraf. In der Evolution hat sich das als Vorteil herausgestellt. "Es hilft Ihnen durch den Tag, es macht Sie auch aktiver, weil Sie ja das Gefühl haben, dass es sich lohnt." Studien haben ergeben, dass Menschen außerdem die Neigung haben, Erfolge auf ihr eigenes Können zurückzuführen - und Misserfolge auf alle möglichen anderen Ursachen. Schließlich, so glaubt Margraf, haben die guten Vorsätze auch noch mit Aberglaube zu tun. "Es ist so eine Art magische Qualität, die der Neuanfang hat." Der erste Erste ist eben was anderes als der 23. Februar.

02.01.2013 - 08:30 Uhr

Anzeige

(c) Alle Artikel, Bilder und sonstigen Inhalte der Website www.tagblatt.de sind urheberrechtlich geschützt. Eine Weiterverbreitung ist nur mit ausdrücklicher Genehmigung des Verlags Schwäbisches Tagblatt gestattet.

Bildergalerien und Videos

Küken schlüpfen im Museum

Kiebingen: Fliegende Eier im und neben dem Korb

Der Mittelaltermarkt auf dem Thiepvalgelände

Die Welt der Alraune Siebert

Das neue Glockenspiel der Stiftskirche

Stiftskirchenorganist Braun stellt das Glockenspiel vor

Verbraucherminister Bonde in der UDO-Großküche

Abtauchen im Uhlandbad: Gäste unter Wasser

Bodelshausen spielt gegen Poltringen/Pfäffingen 3:3 Millipay Micropayment

Senfit: die Seniorenmesse in Tübingen

104:64 - Tigers wie entfesselt im Abstiegskampf

Guerilla-Merketing mit der Laserkanone

Tübinger Nacht im April 2014

Video-Zusammenfassung: TV Derendingen - SC Freiburg II 1:0 Millipay Micropayment

Wendelsheim unterliegt Hirschau 0:2 Millipay Micropayment

Eine Zinser-Modenschau präsentiert aktuelle Sommertrends

SV Pfrondorf - TSV Hirschau 0:0 Millipay Micropayment

Endlich wieder ein Sieg: Tigers gegen Trier 74:67

Anzeige


Nachrichten aus ...
ReutlingenWannweilPliezhausenWalddorfh�slachAmmerbuchT�bingenDettenhausenKirchentellinsfurtKusterdingenGomaringenDusslingenOfterdingenMössingenNehrenBodelshausenHirrlingenNeustettenRottenburgStarzachHorb
Anzeige


Die Woche im Rückklick
Die beiden Neuankömmlinge im Glockengebälk: Sie stehen (beziehungsweise hängen) für das ...

Wissen, was war

Die Woche vom 12. bis 17. April: Tübinger tauchen ab, ein verdächtiger Patient und ein Glockenspiel für die Stiftskirche

Aktive Singles auf
date-click
Anzeige


Zeitzeugnisse

Vor 50 Jahren: Kanzler Erhard besuchte Tübingen

Das „Wirtschaftswunder“ der Nachkriegszeit verkörperte Ludwig Erhard wohl wie kein anderer: Der CDU-Mann war wohlgenährt, hatte stets eine Zigarre im Mundwinkel „und eine gesunde Farbe des Erfolgs im Gesicht“, bemerkte der TAGBLATT-Chronist, als Erhard zu seinem ersten – und einzigen – Staatsbesuch nach Tübingen kam. Das war vor 50 Jahren, am 24. Februar 1964.

Anzeige


Ihr Kontakt zur Redaktion