Duisburgs Oberbürgermeister Sauerland ist bereit, sich abwählen zu lassen. Einen Rücktritt als Konsequenz aus der Loveparade-Tragödie lehnt er ab.
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Adolf Sauerland lässt sich beim Abwahlverfahren alle Möglichkeiten offen.
Duisburg Schriftlich hat sich der Duisburger Oberbürgermeister Adolf Sauerland gestern an die Öffentlichkeit gewandt. "Selbstverständlich werde ich mich - wie bereits von mir angekündigt - einem gemäß der Gemeindeordnung für das Land NRW vorgesehenen Abwahlverfahren stellen" , hieß es gestern in einer schriftlichen Erklärung. Zahlreiche Politiker und Bürger hatten in den vergangenen Tagen den sofortigen Rücktritt Sauerlands verlangt. Der CDU-Politiker will aber vor weiteren Entscheidungen zunächst an der Aufklärung des Geschehens mitarbeiten. Sauerland bat die Angehörigen der 21 Todesopfer und die 500 Verletzten um Entschuldigung. Er trauere mit ihnen.
Für eine Abwahl Sauerlands sammeln seit Tagen auch Duisburger Bürger Unterschriften. Mehr als 1000 hätten sie bereits zusammen, sagten die Initiatoren.
Für den Abwahlantrag sind im Stadtparlament 38 der 75 Stimmen nötig. Diese Mehrheit ist mit Zustimmung der SPD, die seinen Rücktritt fordert, sicher. Für die Abwahl ist eine Zweidrittelmehrheit nötig. Dafür müssten Mitglieder der CDU-Fraktion mitziehen, die 25 Mandate hält. Die SPD wittert in Sauerlands Erklärung eine "Verschleierungsaktion", weil er nicht klar sage, dass er sich dem Votum des Stadtrates beuge. Legt er Widerspruch ein, müssten die Duisburger über seine Abwahl abstimmen.
Sauerland wird vorgeworfen, die Veranstaltung gegen Widerstand von Fachbeamten durchgesetzt zu haben. Es gibt aber auch Vorwürfe gegen den Loveparade-Veranstalter und gegen die Polizei.
Das Land Nordrhein-Westfalen legt einen Hilfsfonds für die Angehörigen und die Schwerverletzten auf, kündigte Regierungssprecher Thomas Breustedt an. Fünf Verletzte liegen noch in Krankenhäusern. In dem Hilfsfonds sollen wahrscheinlich staatliche Gelder und Spenden kombiniert werden. Die Einzelheiten würden noch geklärt. dpa