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Mehr Taschengeld denn je

Deutschlands Eltern sind beim Nachwuchs großzügig

Volle Kinderportemonnaies: Deutschlands Eltern sind beim Taschengeld so spendabel wie nie zuvor. Der Anstieg zum Vorjahr beträgt satte zehn Prozent. Das zeigt die neue Kids-Verbraucher-Analyse.

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DPA

Berlin Stolze 27 Euro haben Deutschlands Kinder im Durchschnitt monatlich in der Tasche. Was tun sie damit? Und was treiben sie sonst in ihrer Freizeit am liebsten? Seit 20 Jahren erlaubt die Kids-Verbraucher-Analyse des Egmont Ehapa Verlages repräsentative Einblicke in das Konsum- und Medienverhalten des Nachwuchses. 1650 Kinder wurden darin repräsentativ für ihre rund sechs Millionen Altersgenossen in Deutschland befragt.

Artikelbild: Deutschlands Eltern sind beim Nachwuchs großzügig

Ein Fazit: Der Einfluss der Kinder als Wirtschaftskraft ist groß. "Rechnet man allein das Taschengeld und die Geldgeschenke der Kinder zwischen 6 und 13 Jahren zusammen, so stehen dieser Gruppe 2012 insgesamt 2,87 Milliarden Euro zur Verfügung", sagte Studienleiter Ralf Bauer gestern bei der Vorstellung der Untersuchung in Berlin. Macht im Vergleich zum Vorjahr ein sattes Plus von rund zehn Prozent - der Krise zum Trotz.

Artikelbild: Deutschlands Eltern sind beim Nachwuchs großzügig

"Die Eurokrise ist nicht in den Familien angekommen, die Eltern werden wieder großzügiger", lautet Bauers Fazit. Schon die Vier- und Fünfjährigen bekommen einer ergänzenden Elternbefragung zufolge gut 14 Euro pro Monat. 27 Euro sind es bei Kindern zwischen 6 und 13 Jahren. Angesichts des hinzu kommenden hohen Mitbestimmungsrechts, das viele Familien ihren Kindern bei Anschaffungen einräumen, sei dies eine immense Wirtschaftskraft. Bei den kleinen, meist selbstbestimmten Taschengeld-Ausgaben dominieren Süßigkeiten, Kekse und Kaugummi.

Obwohl laut Analyse weiterhin viele Kinder auch Bücher und Zeitschriften lesen, nehmen elektronische Medien beim Nachwuchs einen sehr hohen Stellenwert ein. Die Mehrheit der Kinder benutzt einen Computer und hat Zugang zum Internet. "Nach Jahren stetigen Wachstums zeichnet sich hier nun aber eine Sättigungstendenz auf hohem Niveau ab", beschreibt Studienleiter Bauer die Lage. Mit einer Ausnahme: Kinder ab zehn Jahren legen hier weiter deutlich zu. Inzwischen ist rund die Hälfte von ihnen fast täglich im Internet - fünf Prozent mehr als im Vorjahr. Ein eigenes Handy besitzen mittlerweile 78 Prozent der 10- bis 13-Jährigen, und 53 Prozent der Gesamtgruppe ab 6 Jahren. 17 Prozent aller jungen Handybesitzer haben sogar ein Smartphone - also ein internetfähiges Handy.

Nachfolgend in der Übersicht einige Einzelaspekte der Analyse im Detail:

Alte und neue Medien: Nach wie vor sind Bücher und Zeitschriften bei den 6- bis 13-Jährigen gefragt. Konstant über 90 Prozent schmökern zumindest ab und an in Print-Produkten, in Zeitschriften etwas öfter als in Büchern. Über einen Computerzugang verfügen vier von fünf Kindern ab 6 Jahren, drei von vier surfen im Internet. In der Hauptsache werden dabei Schul-Infos gesammelt (82 Prozent), aber kostenlose Online-Spiele und das Sammeln von Freizeit-Infos sind ebenfalls beliebt (73 und 72 Prozent). Kaum jemand ist jedoch bereit, Geld für Online-Spiele auszugeben. Smartphones und vor allem Tablet-Computer spielen noch keine dominante Rolle: Die Kinder haben darauf in aller Regel nur Zugriff, wenn sie die Geräte der Eltern nutzen dürfen. Allerdings besitzt bereits immerhin ein Fünftel der Kinder zwischen 10 und 13 ein Smartphone.

Freizeitverhalten: Hier unterscheiden sich Jungen und Mädchen deutlich - denn erstere sind elektronischen Medien besonders zugetan. Jungs zählen Computer, Handspielgeräte Internet und Spielekonsolen zu ihren Top 10 - allerdings auf den hinteren Rängen. Weit vorn liegen Freunde treffen und Fernsehen, gefolgt von Sportaktivitäten. Auch bei den Mädchen liegen Freundinnen und Fernsehen an der Spitze, gefolgt von Musik hören, Radeln und Bücher lesen.

Markenbewusstsein: Nach der rückläufigen Tendenz der vergangenen Jahre, scheinen Marken wieder eine größere Rolle für den Nachwuchs zu spielen. Vor allem bei weithin sichtbaren Dingen wie Sportschuhen, (Schul-)Taschen und sonstigen Klamotten, aber auch beim Handy ist die "richtige" Marke für mehr als die Hälfte der Kinder wichtig. Allerdings zeigte die begleitende Elternbefragung, dass vor allem bei Handy oder MP3-Player die Eltern meist nicht bereit sind, diese speziellen Wünsche zu erfüllen. Vor allem beim Handy ist die "Zweitverwertung" der abgelegten elterlichen Modelle angesagt - allerdings steigt mit dem Alter der Kinder auch der Anteil der Neu-Handys.

Sparen: Wieviel Kinder von ihrem Taschengeld sparen, wurde nicht abgefragt. Dafür wurde ermittelt, dass die Kinder neben dem Taschengeld im Durchschnitt noch mit 210 Euro an Geldgeschenken zu Weihnachten oder Geburtstag rechnen können - sei es für Extrawünsche oder für Sparbuch.

08.08.2012 - 08:30 Uhr

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