11.03.2010 Drucken Empfehlen
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Entsetzen über Folter-Kids

Demenzkranke von 13-Jährigen gequält

Der Fall zweier Kinder, die eine kranke alte Frau stundenlang gequält haben, löst Entsetzen in München aus. Einer der Täter kam in die Psychiatrie.

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München Ein Gewaltexzess zweier 13-Jähriger erschüttert München: Die Schüler sollen wie bereits gemeldet eine 83-Jährige gequält und gedemütigt haben. Ersten Ermittlungen zufolge traten sie auf die auf dem Boden liegende Frau ein und bespritzten sie mit Flüssigkeiten, wie die Polizei gestern mitteilte. Die Ermittler vermuten, dass sie sich mehrere Stunden in der Gewalt ihrer Peiniger befand, bevor diese sie hilflos zurückließen.

Das Motiv für die Tat sei völlig unklar, sagte Kriminaldirektor Frank Hellwig, die Jungen schweigen dazu. Die Ermittlungen gestalteten sich schwierig. Die demenzkranke Frau habe bisher nicht aussagen können. Die 13-Jährigen haben den Ermittlern zufolge keine Entschuldigung oder Reue geäußert und sich stattdessen gegenseitig bezichtigt, die Tat allein begangen zu haben. Die Polizei will die Handys der Jungen nach Beweisen auswerten.

Ein 13-Jähriger kannte die Frau schon länger. Er habe seit vier Monaten kleine Erledigungen wie Einkäufe für sie gemacht, berichtete die Kripo. Am Rosenmontag habe er sie aber gegen das Schienbein getreten und verletzt. Danach habe sie den Kontakt wohl abgebrochen. Die Polizei glaubt, dass dieser Junge größeren Anteil an der Tat hatte.

Hellwig sagte, derzeit stelle sich der Ablauf in etwa folgendermaßen dar: Die Schüler besuchten die Frau am Montagnachmittag in ihrer Wohnung und misshandelten sie. Unter anderem spritzen sie ihr Rasierschaum in den Mund. Sie flößten ihr gewaltsam einen halben Liter Schnaps ein und rammten ihr die Flasche gegen die Zähne. Zudem urinierten die beiden auf die Frau, und auch in die Schnapsflasche, deren Inhalt sie über die Frau gossen. Weil sie ihr flüssige Würze in die Augen sprühten, drohen bleibende Schäden: Die Frau hat eine Hornhauterosion und eine Bindehautverletzung erlitten.

Sie wurde gestern weiter im Krankenhaus behandelt. Ein Junge beichtete der Mutter des anderen die Tat. Die alarmierte die Polizei. Am Montagabend fanden die Beamten die völlig verstörte und schwer in Mitleidenschaft gezogene Rentnerin auf dem Boden liegend in ihrer Wohnung vor. Der mutmaßliche Haupttäter wurde noch am Montag in ein psychiatrisches Krankenhaus eingewiesen, da er offenbar von Selbstmordabsicht gesprochen hatte. Er ist nach Polizeiangaben seit frühester Kindheit verhaltensauffällig und war bereits in ambulanter psychologischer Behandlung. Unter anderem soll er bereits mehrfach von zu Hause abgehauen sein. Als gewalttätig war er bisher nicht bekannt.

Der zweite Junge habe angegeben, er sei gezwungen worden, in der Wohnung zu bleiben, erklärte Hellwig. Auch dieser 13-Jährige sei dem Jugendamt bekannt und in der Vergangenheit von seinen Eltern ausgerissen. apn

11.03.2010 - 08:30 Uhr
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