Außerhalb der beliebten ZDF-Show brachte der Blondschopf schon früher keine Top-Quoten
Immer wenn Thomas Gottschalk sich außerhalb von "Wetten, dass . . ?" austobt, vergisst ihn das Publikum. Doch eine Rückkehr ist unwahrscheinlich.
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DPA
Das war einmal: Gottschalk und Michelle Hunziker.
Berlin Montagabend in Berlin: ARD-Entertainer Thomas Gottschalk sitzt mit qualmender Zigarette in seinem Fernsehstudio und empfängt sein Publikum zur Show "Gottschalk Live": "Ist der Ruf erst einmal ruiniert, lebt sichs gänzlich ungeniert", kommentiert der ehemalige "Wetten, dass . . ?"-Präsentator sein wenig vorbildhaftes Benehmen. Dann legt er seine E-Zigarette beiseite und wendet sich dem Tagesgeschehen zu.
Ein gefundenes Fressen für ihn: Michelle Hunzikers Ankündigung, aus "Wetten, dass . . ?" auszusteigen. Wer immer es machen werde, sagt Gottschalk, der arme Kerl werde es jetzt wohl allein tun müssen. "Es gibt Gerüchte, dass ich wieder zum ZDF zurückgehe", fuhr er fort. "Das geht nicht. Wenn man einmal den Laden zugemacht hat, kann man nicht mehr zurück."
Dabei hatte der 61-jährige Blondschopf die Gerüchteküche vor wenigen Tagen selber entfacht, als er in seiner neuen, quotenschwachen ARD-Vorabendshow sagte, er würde bei einem Anruf des ZDF-Programmdirektors ins Grübeln kommen. Eigentlich ja kein Wunder: Gottschalks einzig echter TV-Erfolg seit seinem Einstieg bei "Wetten, dass . . ?" 1987 war - eben "Wetten, dass . . ?". Das ist auch nach zwei Wochen ARD-Zugehörigkeit inzwischen klar. Die Quote ist im Keller.
Schon sein erster großer Ausflug war eine Reise ins Ungewisse gewesen - mit unglücklichem Ausgang: Von 1992 bis 1995 talkte er bereits fremd, und zwar für RTL. Angesichts der hohen Erwartungen, die der damalige Geschäftsführer Helmut Thoma mit dem Neuzugang verknüpfte, fielen die Quoten recht mager aus. Dennoch erreichte Gottschalk mit seiner Late Night Show zuweilen vier Millionen Zuschauer, richtig viele im Vergleich zu heute - für Thoma aber zu mager.
Bis auf eine kleine Auszeit bei "Wetten, dass . . ?" riskierte Gottschalk immer den Spagat zwischen dem ZDF und der Konkurrenz. Zwischen 1995 und 1997 stand er für Sat 1 für die Show "Gottschalks Haus Party" vor der Kamera. Mitunter schalteten mehr als sechs Millionen Zuschauer ein. Aus heutiger Sicht gigantisch, im damaligen Rahmen knapp ausreichend.
Seine Sendung "Gottschalk kommt" im Anschluss an die "Haus Party" lief bis 2000 und ist heute nicht mehr der Rede wert. Danach konzentrierte sich der Meister wieder auf das ZDF.
Doch auch seine Seitensprünge beim eigenen Sender schafften nicht den ganz großen Durchbruch. Das gilt für die Reportagereihe "Gottschalk America" zwischen 2002 und 2004 (zehn Folgen) sowie die Reihe "Gottschalk & Friends" im Sommer 2005. Der Versuch des ZDF, mit Gottschalk als Leitwolf den "Musical Showstar 2008" zu küren, war auch vom Quotenergebnis für das ZDF nicht zwingend genug, um diese Reihe neu aufzulegen.
In der ARD kredenzt er nun seit zwei Wochen seinen Vorabendtalk. Die Quoten sprechen für sich: Nach 4,34 Millionen Zuschauern zum Einstieg am 23. Januar fiel das Interesse auf bis zu 1,40 Millionen Zuschauer zurück.