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Unfallflucht nach tödlichem Crash

Verdächtiger Fahrer nach 22 Stunden gefasst

Die Polizei hat den geflüchteten Verursacher des tödlichen Überholunfalls bei Neuhausen ob Eck gefunden. Viele Anrufer gaben den Fahndern Hinweise.

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LSW/EB

Neuhausen ob Eck Ein 49-jähriger Mann aus dem Kreis Tuttlingen soll den tödlichen Verkehrsunfall am Freitagabend bei Neuhausen ob Eck verursacht haben. Der Mann verweigere die Aussage, man habe aber keine Zweifel daran, dass er mit einem waghalsigen Überholmanöver den Unfall verursacht habe, teilte die Polizei mit. Gegen den 49-Jährigen wird wegen fahrlässiger Tötung, der Straßenverkehrsgefährdung und Unfallflucht ermittelt. Im Gefängnis sitze der Mann nicht - es gebe keinen Haftgrund wie etwa Fluchtgefahr oder Verdunklungsgefahr, sagte ein Polizeisprecher.

Artikelbild: Verdächtiger Fahrer nach 22 Stunden gefasst Für den Fahrer des Wagens kam jede Hilfe zu spät: Der 46-Jährige starb nach dem Unfall bei Neuhausen ob Eck (Kreis Tuttlingen) im Rettungswagen. Foto: dpa

50 Einsatzkräfte waren mit der Suche nach dem Unfallfahrer beschäftigt. In der ganzen Region hatten sie Fahndungsplakate und Flugblätter verteilt, auf denen nach dem hellblauen Auto des geflüchteten Unfallverursachers gesucht wurde.

Mehr als zwei Dutzend Anrufe seien eingegangen, ein Hinweis habe die Ermittler auf die richtige Spur geführt, so die Polizei. Nach genau 22 Stunden waren der gesuchte Golf V und der mutmaßliche Unfallfahrer gefunden. 70 Fahrzeuge aus dem Kreis Tuttlingen seien noch in der Nacht überprüft worden. Der letzte Hinweis kam am Samstag gegen 16.20 Uhr, als die Polizei das beschlagnahmte Auto abholen ließ. Ein Anrufer erkannte auf der Pritsche des Abschleppwagens den gesuchten Golf und meldete das der Polizei.

Nach den Ermittlungen hatte am Freitagabend bei Neuhausen ob Eck der Fahrer eines hellblauen Golfs mit Tuttlinger Kennzeichen eine Fahrzeugkolonne trotz Gegenverkehrs überholt. Der Fahrer eines entgegenkommenden Kleinwagens musste nach rechts ausweichen. Dabei geriet er ins Schleudern und prallte mit den Autos zusammen, die im Gegenverkehr folgten. Der 46-Jährige starb im Rettungswagen am Unfallort.

Der Unfallverursacher sei mit hoher Geschwindigkeit geflüchtet, berichteten Zeugen. Ein Motorradfahrer hatte noch versucht, ihm zu folgen und das Nummernschild zu erkennen. Doch der Unfallverursacher fuhr so schnell, dass ihm der Motorradfahrer nicht folgen konnte. Auch ein Polizeihubschrauber, der aus der Luft nach dem Fahrzeug suchte, musste schließlich ohne Erfolg umkehren.

Der Polizeisprecher zeigte sich beeindruckt, mit welchem Einsatz die Bevölkerung die Arbeit der Ermittlungsgruppe begleitet habe. Es habe eine "spürbar aktive und wohltuende Unterstützung bei der Fahndung" gegeben, sagte er.

Nach Zeugenaussagen hat der flüchtige Fahrer kurz zuvor schon einen Beinahecrash verursacht. Wenige hundert Meter vor der späteren Unfallstelle habe er auch überholt. Der Gegenverkehr musste auch da ausweichen, es ging aber ohne Zusammenprall ab.

Bei zwei Unfällen sind am Wochenende im Südwesten Motorradfahrer ums Leben gekommen: Bei Böbingen im Ostalbkreis hatte ein Autofahrer beim Abbiegen das schnell nahende Motorrad eines 41-Jährigen übersehen. Der Zusammenprall war so heftig, dass der Motorradfahrer an der Unfallstelle starb. Auf der B 28 bei Metzingen (Kreis Reutlingen) hat ein 29-Jähriger vermutlich wegen zu hoher Geschwindigkeit die Kontrolle über sein Motorrad verloren, berichtete die Polizei. Der 29-Jährige prallte mit seinem Motorrad gegen eine Schutzplanke und starb.

20.08.2012 - 08:00 Uhr | geändert: 20.08.2012 - 08:13 Uhr

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