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Gemeinde will schwarzen Pfarrer behalten

Katholiken in Pliezhausen protestieren gegen Ablösung von Achille Mutombo

Pliezhausen kämpft um seinen Pfarrer Achille Mutombo. Bischof Gebhard Fürst hat den beliebten Geistlichen aus dem Kongo Ende Juli abgelöst.

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RAIMUND WEIBLE

Tübingen Der Mann ist wie ein Vulkan. Temperamentvoll und von ansteckender Fröhlichkeit. Achille Mutombo, der Theologe aus dem Kongo, hat mit seinen originellen Predigten, seiner Sprachgewalt und seiner Herzlichkeit die Katholiken in der Kirchengemeinde Pliezhausen verzückt. Und deswegen wollen ihn die Gemeindemitglieder, zumindest die Mehrheit unter ihnen, nicht hergeben. Befremdet haben sie auf die Ablösung des beliebten Geistlichen durch Bischof Gebhard Fürst reagiert.

Artikelbild: Katholiken in Pliezhausen protestieren gegen Ablösung von Achille Mutombo Pfarrer Achille Mutombo: "Ich empfinde im Augenblick keine Freude".

Obwohl Mutombo den Ort schon verlassen und am 29. Juli in Pliezhausen und Mittelstadt seine letzten Gottesdienste gehalten hat, kämpfen die Gemeindemitglieder weiter um den Pfarrer. Kommenden Freitag wollen Mitglieder der Kirchengemeinde vor dem Bischöflichen Ordinariat in Rottenburg demonstrieren. Schockiert reagierte auch der Pliezhäuser Bürgermeister Christof Dold auf die Nachricht über die Ablösung von Mutombo nach 19 Jahren.

Für Dold bedeutet der Weggang Mutombos einen großen Verlust für die katholische Kirchengemeinde, für die bürgerliche Gemeinde und auch für die Ökumene. Dold bat das Ordinariat, die Entscheidung noch einmal zu überdenken. Monika Koch, Mitglied des Dekanrats Reutlingen-Zwiefalten, zeigte sich in einem offenen Brief an Bischof Fürst über das Vorgehen der Amtskirche "sehr irritiert".

Der 54-jährige Geistliche hat Pliezhausen nicht freiwillig verlassen. "Ich empfinde im Augenblick keine Freude, sondern eine tiefe Traurigkeit", schrieb er an seine Gemeinde, bevor er in den französischen Wallfahrtsort Lourdes abreiste. Dort will er Kranke und Pilger betreuen.

Das Bischöfliche Ordinariat versucht, die Wogen zu glätten. Es sei ein üblicher und regulärer Vorgang, dass ein Priester nach gewisser Zeit die Stelle wechselt und neu in einer anderen Gemeinde beginnt. Die Vertretung der Pfarrer in der Diözese, der Priesterrat, hat nach Darstellung von Pressesprecher Uwe Renz erst jüngst einstimmig die Regelung bestätigt, dass Priester nach spätestens 15 Jahren ihren Dienstort wechseln. "Es soll kein Gewöhnungsprozess entstehen", sagte Renz, "ein Geistlicher muss auch mal aufbrechen."

Mutombo schrieb in Tübingen seine Doktorarbeit und blieb in Schwaben hängen. In Dußlingen und Gomaringen half er in der Seelsorge aus. Renz sagte, nach seiner Auszeit werde Mutombo ein Amt in einer neuen Gemeinde der Diözese antreten können.

04.08.2012 - 08:30 Uhr

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