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24-Jähriger wegen Fahrerflucht in Esslingen gesucht

Golf nach tödlichem Unfall verschrottet

Per Haftbefehl wird jetzt ein 24-Jähriger gesucht. Der Mann soll in Esslingen am frühen Morgen des 28. August  einen 52-jähriger Fußgänger mit seinem Golf angefahren und schwer verletzt auf der Straße liegen gelassen haben. Der Mann starb im Krankenhaus.

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Die Ermittlungsgruppe "Kiesstraße" bei der Verkehrspolizei Esslingen hat in den vergangenen Tagen mit Unterstützung ihrer Kollegen aus den Nachbarkreisen 2250 rote VW Golf III und ihre Halter überprüft.

Dabei ist den Beamten der 24-jährige Ibrahim Issa aus Deizisau aufgefallen. Der Mann konnte bislang nur telefonisch auf seinem Handy erreicht werden. Dabei behauptete er, seinen Golf vor kurzem nach Rumänien verkauft zu haben. Den Kaufvertrag wollte der Mann bei der Polizei vorbeibringen, erschien jedoch nicht.

Ibrahim Issa Nach Ibrahim Issa wird nach einem tödlichen Unfall in Esslingen gefahndet. Polizei

Wie sich herausstellte, war der 24-Jährige bereits aus seiner Wohnung ausgezogen und hatte vor, am 10. September einen Besuch im Libanon zu machen. Seither ist der polizeibekannte Mann spurlos verschwunden. Von seinem Auto fehlte auch erst jede Spur.

Deshalb wird er jetzt gesucht. Der Mann ist Drogenkonsument und hat keinen Führerschein. Der wurde ihm entzogen, nachdem er betrunken Auto gefahren ist. Der 24-Jährige betreibt einen Autohandel in Köngen und hat Beziehungen zu anderen Autohändlern im Kreis Esslingen. Befragungen im Bekanntenkreis des Mannes erhärteten den Verdacht, dass der 24-Jährige den Unfall verursachte und flüchtete. Deshalb wurde der Haftbefehl ausgestellt.

Weitere Ermittlungen führten zu einem Autohändler in Remshalden. Der gab an, dass der tatverdächtige 24-Jährige noch am Unfalltag seinen VW Golf mit einem Abschleppwagen zu ihm brachte.

Den Golf habe er am nächsten Tag ausgeschlachtet. Auf dem Gelände des Autohändlers fanden die Beamten den Motorblock, den Fahrzeugbrief und den Verschrottungsnachweis des gesuchten VW. Die Reste des Autos wurden an einen Stuttgarter Schrotthändler verkauft, der den Wagen am Montag nach dem Unfall in die Schrottpresse gab.

Die Polizei beschlagnahmte den Schrottwürfel und Kriminaltechniker des Landeskriminalamts versuchen nun, an den übrigen Teilen Spuren des Unfalls zu finden.

Die Fahndung nach dem Unfallverursacher läuft nach wie vor. Da die Ermittler davon ausgehen, dass sich der 24-Jährige ins Ausland abgesetzt hat, wurde neben dem nationalen nun auch noch ein internationaler Haftbefehl beantragt.

Im Kreis Esslingen haben die Beamten 354 Golf überprüft. Zudem gingen sie 38 Hinweisen aus der Bevölkerung nach. Unterstützung erhielt die Ermittlungsgruppe von Beamten unter anderem aus Tübingen, Reutlingen, Stuttgart, Waiblingen, Böblingen, Ludwigsburg und Göppingen, wo die Kollegen weitere knapp 1900 tornadorote VW Golf III überprüften.

Nebenbei klärten die Ermittler eine Unfallflucht in Abtsgmünd auf, entdeckten einen Kennzeichenmissbrauch im Landkreis Reutlingen und bemerkten an einem unfallbeschädigten roten VW Golf in Böblingen Faserspuren. Die Fasern werden derzeit untersucht und mit der Kleidung des Unfallopfers verglichen. Bislang bestand keine Übereinstimmung. Woher die Spuren und Unfallschäden an dem Fahrzeug stammen, muss noch ermittelt werden.

08.09.2010 - 18:15 Uhr | geändert: 09.09.2010 - 11:12 Uhr

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