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Stuttgart 21: Ministerin fordert zweites Gleis

Gönner will Änderungen an der bisherigen Planung

Landesverkehrsministerin Tanja Gönner reagiert auf ein zwei Jahre altes Gutachten und Kritik: Am geplanten Flughafen-Bahnhof soll ein zweites Gleis eingeplant werden, um einen Engpass zu beseitigen.

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PETER BUYER
Artikelbild: Gönner will Änderungen an der bisherigen Planung Viele Schienenwege führen nach Stuttgart: Der für Stuttgart 21 geplante Flughafen-Bahnhof auf den Fildern soll jetzt komplett zweigleisig an die Neubaustrecke angeschlossen werden. Foto: AP

Stuttgart. Und sie bewegt sich doch, die Diskussion um Stuttgart 21 und die zuständige Verkehrsministerin Tanja Gönner (CDU). Wie gestern bereits angekündigt, hat sie dem Lenkungskreis für das Groß-Projekt vorgeschlagen, die Anbindung des Stuttgarter Flughafens an die Neubaustrecke von Ulm nach Stuttgart zweigleisig auszubauen.

Experten der Zürcher Beratungsgesellschaft SMA und Partner hatten die eingleisige Anbindung in einer Studie bereits 2008 als eine Schwachstelle in der Planung von Stuttgart 21 erkannt. Diese Studie wird vom Verkehrsministerium und den Schweizer Gutachtern zwar als veraltet bezeichnet, in einer aktuellen Stellungnahme der SMA finden sich aber Hinweise, dass die schon vor zwei Jahren erkannten Schwachpunkte nach wie vor bestehen: "Die Bestandsanalyse in Stuttgart hat deutlich gemacht, dass die geplante Infrastruktur knapp bemessen und nicht überdimensioniert ist."

Konkret zum jetzt von Gönner vorgeschlagenen Ausbau der Strecke zum geplanten Flughafen-Bahnhof heißt es: "Die zweigleisige Ausführung . . . würde die Anforderungen an die Fahrplangestaltung entspannen." Für Matthias Lieb, Landesvorsitzender des projekt-kritischen Verkehrsclubs Deutschland, hat der Vorschlag Gönners "zwei Jahre Verspätung". Die für Stuttgart 21 vorgesehene Schienen-Infrastruktur sei so geplant, dass besonders für spätere Änderungen an Fahrplänen, die sich immer neuen Fahrgastzahlen und damit Zugfolgen anpassen müssen, kaum Platz wäre. "Das hat beim bestehenden Kopfbahnhof besser geklappt: Vor knapp 100 Jahren gebaut, funktioniert der immer noch."

Den Vorschlag Gönners hält Lieb an der Stelle für sinnvoll, auch die vom Ministerium auf 35 Millionen Euro geschätzten Kosten für das zweite Gleis kann er nachvollziehen. Bisher sollen der Bahnhofsumbau in der Stadt, die dafür nötigen Zufahrts-Trassen, die Strecke zum und der Bahnhof am Flughafen rund 4,1 Milliarden Euro kosten. Die geplante Neubaustrecke von Wendlingen nach Ulm weitere 2,89 Milliarden Euro.

Zusätzlich zum Gleis schlägt die Ministerin an der Strecke den Bau weiterer Bahn-Signale vor. Damit soll es möglich sein, mehr Züge in weniger großen Abständen als bisher über den Streckenabschnitt fahren zu lassen.

Vom Lenkungskreis, dem die Projektpartner und -Finanzierer Bahn AG, Landesregierung, Stadt Stuttgart und der Verband Region Stuttgart angehören, wurde "der Vorstoß positiv aufgenommen", sagte der Projektsprecher Wolfgang Drechsler. Die Bahn werde in den kommenden Wochen die Umsetzung prüfen.

Weitere Änderungen habe die Ministerin dem Kreis nicht vorgeschlagen, ist aus ihrem Ministerium zu hören. Trotzdem "bleibt es spannend", sagt Lieb. Weiteren Handlungsbedarf gäbe es auch nach der aktuellen Stellungnahme der SMA-Experten. Die halten einen zweigleisigen Ausbau der Verbindung der Neubaustrecke Wendlingen - Ulm mit der Strecke nach Tübingen bei "weitergehendem Verkehrszuwachs für erforderlich".

31.07.2010 - 08:30 Uhr | geändert: 31.07.2010 - 10:20 Uhr
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