02.02.2010 Drucken Empfehlen
[X]
 per eMail empfehlen


   

Bad Buchau

Die Narren, die Stadt und der gute Ruf

Die Buchauer Feuerhexen sind in Ungnade gefallen: bei der Stadt und bei anderen Zünften. Anlass war eine überfüllte Fasnetsveranstaltung.

Anzeige


ULRIKE SCHLEICHER
Artikelbild: Die Narren, die Stadt und der gute Ruf Gut gefüllt: Das Festzelt beim Nachtumzug der Bad Buchauer Feuerhexen Freitagnacht. Foto: Foto-Weiss

Bad Buchau Das Ende kam abrupt. Punkt 23.30 Uhr gingen in den beiden Partyzelten am Ortsrand von Bad Buchau (Kreis Biberach) die Lichter an, mitten im Refrain wurde "DJ Ötzi" der Saft abgedreht, die Roten Würste wurden kalt, die bereits eingeschenkten Biere schal. Die Polizei hatte in Absprache mit dem Ordnungsamt der Stadt veranlasst, die große Fasnetsveranstaltung der freien Narrenzunft Feuerhexen zu beenden. Der Grund: Wegen Überfüllung der Zelte könne die Sicherheit der Gäste nicht mehr gewährleistet werden. Worauf die Stimmung der rund 4500 Hästräger und zahlreich erschienenen Zivilisten ziemlich schnell auf den Nullpunkt abstürzte. Denn so früh wollten die wenigsten ins Bett.

Auch die Stimmung der Gastgeber litt und leidet noch immer. "Die Arbeit von über einem Jahr war von einem Moment auf den anderen zunichte gemacht", sagt Schriftführerin Claudia Leuze. Zum einen wegen der verlorenen Einnahmen. Zum anderen wegen der Reputation der Zunft. "Die Gäste haben es nicht verstanden und schimpfen jetzt über uns." Und als sei das nicht genug, wurde im Laufe des Samstags auf der Homepage der Zunft das Gerücht verbreitet, bei der Party habe es nach einer Messerstecherei zwei Tote gegeben. Komplett erfunden, wie die Polizei Biberach am Sonntag klarstellte. Bis auf eine kleine Keilerei sei nichts vorgefallen, auch die Räumung der Zelte sei problemlos verlaufen.

Für den Kassierer der Zunft, Josef Hagel, war die gesamte Veranstaltung problemlos. "So entspannt war es noch nie." Bis auf den Umstand, dass aufgrund eines organisatorischen Fehlers zu viele Zünfte eingeladen wurden - "da wollen wir nichts schönreden" -, sei nichts passiert. Die Zunft habe die Auflagen der Stadt erfüllt, unter anderem mehr Security bereit gestellt. "Dafür, dass das Wetter so war, und alle in die Zelte gedrängt haben, kann doch niemand was." Für die Zunft sei der Beschluss des Ordnungsamtes "völlig unerklärlich". Man warte auf eine Erklärung, um sich vor den anderen Narren rechtfertigen zu können. Hagel: "Unser Ruf steht auf dem Spiel". Bürgermeister Peter Diesch denkt hingegen über den Ruf seiner Stadt nach. "Wir geraten durch solche Veranstaltungen in die Negativschlagzeilen." Die Veranstaltung der Feuerhexen habe nichts mehr mit Brauchtum zu tun, "sondern nur mit Alkohol und Kommerz". Das sei bei der anderen örtlichen Zunft "Moorochs" anders: "Da herrscht Disziplin, es geht um eine saubere Fasnet." Diesch sieht zwar ein, dass auch das Wetter eine Rolle spielte, aber das ändert nichts an seiner Meinung: "Die Organisatoren waren komplett überfordert."

Obwohl es noch einiger klärender Gespräche bedarf - auch fehlen noch die Berichte von Polizei, DRK und Feuerwehr -, könnte es sein, dass vergangenen Freitag vorerst der letzte Nachtumzug der Feuerhexen in Bad Buchau stattgefunden hat. Diesch will ein Verbot jedenfalls nicht ausschließen. Der Gemeinderat werde sich sicher darüber Gedanken machen.

02.02.2010 - 08:30 Uhr

Sie möchten diesen Artikel weiter nutzen? Dann beachten Sie bitte unsere Hinweise zur Lizenzierung von Artikeln (hier klicken)

Anzeige

Anzeige


Nachrichten aus ...
Reutlingen Wannweil Pliezhausen Walddorfh�slach Ammerbuch T�bingen Dettenhausen Kirchentellinsfurt Kusterdingen Gomaringen Dusslingen Ofterdingen Mössingen Nehren Bodelshausen Hirrlingen Neustetten Rottenburg Starzach Horb
Anzeige


Anzeige


Ihr Kontakt zur Redaktion

Single des Tages
Anzeige
Coole Streetwear - Mode von Carhartt gibt es bei Def-shop