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Fasnet

Das Narren-Lexikon

Wan beginnt sie? Was ist eine Zunft? Und was bedeutet Karneval?

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Artikelbild: Das Narren-Lexikon

11. 11 Uhr 11 Die närrische Jahreszeit mit einer Schnapszahl beginnen zu lassen, liegt nahe.Diese Erklärung ist vielen Fastnachtsdeutern aber zu banal. Sie erkennen in der Elf die unheilige Zahl, die über die zehn Gebote hinausgeht, welche zudem die Summe der Apostel nach dem Verrat des Judas bildet und auch das letzte Stündlein symbolisiert. Gesichert ist nur, dass es seit der Reform des Kölner Karnevals 1823 dort einen Elferrat gibt. Der hatte die Idee, seine erste Sitzung am 11. 11. 11 Uhr 11 stattfinden zu lassen. Ob aus Jux oder tiefergründigen Erwägungen ist offen. Im Übrigen ist am 11. 11. Martinstag, der früher als Tag vor dem Adventsfasten im Zeichen des Schlemmens stand.

Artikelbild: Das Narren-Lexikon

Fasching

Der Fasching ist die undogmatische Variante der Fastnacht - ohne prunkvolle Karnevalisten-Kappe und ohne geschnitzte Hexenlarven. Cowboys, Piraten und Prinzessinnen wollen einfach nur Spaß haben - ohne Rücksicht auf Tradition. Das Wort Fasching, das vor allem im bayerischen Raum dominiert, geht auf das mittelhochdeutsche vastschanc zurück, womit vermutlich das Ausschenken des Umtrunks vor der Fastenzeit gemeint war.

Fastnacht

Mit der Fastnacht verbindet sich heutzutage gerne das Doppel-Attribut "schwäbisch-alemannisch" sowie die Vorstellung von straff organisierten Hästrägern und brauchtumsversessenen Verbandsfunktionären. Dabei wird gerne vergessen, dass auch die Mainzer ihre Fassenacht feiern, selbst wenn die alle Kriterien des rheinischen Karnevals erfüllt. Das Wort Fastnacht bezieht sich auf die Nacht vor Beginn der Fastenzeit, in der nochmal kräftig zugelangt wurde.

Karneval

Narrhalla-Marsch und Prunksitzung, Elferräte, Prinzenpaar und Prinzengarde: Das sind die Kennzeichen des Karnevals rheinischer Prägung. Das Wort deutet auf die höfische Wurzel dieser Fastnachtsvariante. Der italienische Carnevale fand um 1700 seinen Weg an die deutschen Fürstenhöfe. Das Wort kommt vom lateinischen carnem levare, "Fleisch entziehen". Es wurde auch als carne vale! - "Fleisch lebe wohl!" - verstanden, was auf die bevorstehende Fastenzeit deutet.

Narrenzunft

Die Narrenzünfte sind ein Phänomen der 1920er Jahre. Zwar gab es schon vor dem Ersten Weltkrieg welche, doch nach dessen schlimmem Ende, den sozialen Unruhen und den folgenden Fastnachtsverboten suchten die schwäbisch-alemannischen Narren diese zu umgehen, indem sie die Fastnacht zum wertvollen Brauchtum umdeuteten - mit Erfolg. Es kam zur Gründungswelle und zum Zusammenschluss der Zünfte, die seither intensiv Brauchtumspflege betreiben. Seit den 1960er Jahren hat sich das Narrenzunftwesen lawinenartig selbst in protestantische Gebiete ausgebreitet.

Gumpiger Doschtig

Donnerstag vor Aschermittwoch beginnt die heiße Phase der Straßenfastnacht. Im Südwesten heißt er gumpiger, glompiger oder schmotziger Dooschtig. Das Wort gumpig kommt von gumpen, das "hüpfen, springen" bedeutet. In glompig (gelumpig) steckt der Lump. Schmotzig hat nichts mit Schmutz zu tun, sondern mit Schmotz (Fett, Schmalz). Es bezieht sich auf die schmalzdurchtränkten Speisen, die von da an bis zum Fastenbeginn genossen wurden. pn.

27.01.2010 - 08:30 Uhr

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